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Mo, 9. Juli 2012

Hundertwasser-Fernwärme ganz nah

Modell des Fernwärmewerks Spittelau im Kunst Haus Wien
© Kunst Haus Wien, W. Simlinger
Ende Juni wurde im Rahmen der Aktion "insMuseum.com" das Architekturmodell des von Friedensreich Hundertwasser gestalteten Fernwärmewerks Spittelau im  Kunst Haus Wien, einem Unternehmen der Wien Holding, vorgestellt.

Der Museumsbund Österreich organisierte in Kooperation mit ICOM Österreich und Partnerinstitutionen eine breit angelegte Initiative für Österreichs Museen: Unter dem Slogan "insMuseum.com: 100 Tage – 100 Objekte – 100 Museen" wird seit Anfang Mai jeden Tag ein Objekt aus einem mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel ausgezeichneten Museum vorgestellt. Im Kunst Haus Wien ist dies ein Modell des von Friedensreich Hundertwasser gestalteten Fernwärmewerk Spittelau, das nun dauerhaft ausgestellt wird.

Mitte der 1980er-Jahre wurde Friedensreich Hundertwasser zu einem der weltweit führenden Gestalter eines menschen- und naturgerechteren Bauens gegen den Mainstream. Er war stets ein Advokat für einen Friedensschluss der Menschen mit der Natur, ein Vordenker für ein Leben in Harmonie mit der Natur. Seine Zivilisationskritik attackierte den herrschenden Zeitgeist mit seinem Wachstumsdenken und Fortschrittsglauben.

Hundertwasser lebte seine Ideen und Visionen nicht nur selbst, er schlug auch konkrete Lösungen vor, denen auch die heutige Wissenschaft ihre Weitsicht und Gültigkeit bescheinigt. Seine Projekte zur Wiederbegrünung der Städte durch Dachgärten und aus den Fenstern wachsende Bäume, seine Konzepte zur Wiederherstellung natürlicher Kreisläufe und seine Aktionen zur Ermächtigung des Einzelnen zu ökologisch bewusstem Handeln – sie alle finden sich heute als Trends, wie ‚vertical gardening’ oder ‚guerilla gardening’ wieder.

Hundertwassers Umgestaltung des Fernwärmewerks Spittelau versinnbildlicht dieses pionierhafte und visionäre ökologische Engagement in einzigartiger und idealtypischer Weise und sollte ein Beispiel für eine harmonische Symbiose von Technik, Ökologie und Kunst sein, ein Mahnmal für das Bedürfnis nach einer abfallfreien Gesellschaft.

Objektdaten:
Architekturmodell im Maßstab 1:100
Größe: ca. 142 x 142 x 150 cm
Ausgeführt von Alfred Schmid, 1988
Hundertwasser Werkverzeichnis ARCH 73/I
 

Aktuell: Elliott Erwitt. Retrospektive
Die umfassende Retrospektive von Elliott Erwitt zeigt einen höchst aktiven und vielseitigen Fotografen, der auch als „Woody Allen der Fotografie“ charakterisiert wurde.

In den oft humorvollen Fotografien Elliott Erwitts, der seine Beobachtungsgabe dem Tierischen ebenso gerne widmet wie dem Menschlichen und Allzumenschlichen, verbinden sich ein ironischer Blick und ein wacher Geist voll tiefgründiger Leichtigkeit.

Der 1928 als Sohn russischer Einwanderer in Paris geborene Elliott Erwitt wuchs in Mailand auf, konnte 1939 mit dem letzten Schiff vor den Nationalsozialisten in die USA fliehen und lebt seit 1941 in New York. Neben Jahrzehnten höchst erfolgreicher Arbeit als Fotograf für Werbung und Reportagen und der Regie von Dokumentationen und Fernsehfilmen blieb Erwitt stets auch ein „Amateur“, also ein „Liebender“ der Fotografie.

Berühmt wurde Elliott Erwitt nicht nur durch seine Dokumentation einer Debatte zwischen Richard Nixon und Nikita Chruschtschow im Jahr 1959, die dem späteren Präsidenten der Agentur Magnum Photos den Ruf des „unsichtbaren Insiders“ einbrachte, sondern auch durch seine augenzwinkernden und liebevollen Porträts von Kindern, Hunden und Hundebesitzern, Nudisten und nicht zuletzt Museumsbesuchern.

Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit Magnum Photos statt und ist  bis 30. September 2012 täglich von 10 bis 19 Uhr im Kunst Haus Wien (1030 Wien, Untere Weißgerberstraße 13) zu sehen.
 

Weitere Informationen:
Kunst Haus Wien
Kunst Haus Wien Facebook Fanpage
insmuseum.com
 

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