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Do, 26. April 2012

Wien Holding: Wiens Töchter ans Ruder

Über 80 Mädchen besuchten am Töchtertag 2012 den Twin City Liner
Wiener Töchtertag auf dem Twin City Liner © Eva Kelety
Leinen los hieß es am 26. April für rund 80 Mädchen zwischen 11 und 16 Jahren, die im Rahmen des Wiener Töchtertages den Twin City Liner, ein Projekt der Wien Holding-Tochter Central Danube Region, bei der Schiffstation City am Schwedenplatz besuchten.
 v.l.n.r.: Peter Hanke, GF Wien Holding; Kapitän Otto Szabo, Flottenchef DDSG Blue Danube; Ronald Schrems, GF Central Danube Region GmbH; Vizebürgermeisterin Renate Brauner; Frauenstadträtin Sandra Frauenberger; Ines Baldauf, Lehrling für Binnenschifffahrt bei der DDSG Blue Danube und Wiener Töchter auf dem Twin City Liner.
 
Begrüßt wurden die Gäste von Vizebürgermeisterin Renate Brauner und Wiens Frauenstadträtin Sandra Frauenberger. Mit an Bord waren auch Wien Holding-Geschäftsführer Peter Hanke sowie Ronald Schrems, Geschäftsführer der Central Danube und Flottenchef Kapitän Otto Szabo.

Bei einer spannenden Schiffsrundfahrt vorbei an den Schleusen in Nussdorf und der Freudenau konnten die interessierten Mädchen alle technischen Berufe, die es auf einem Schiff so gibt, praxisnah kennenlernen. Ein Blick in den Motorenraum, dem Matrosen beim Ablegen des Schiffes über die Schulter schauen oder ein Besuch auf der Kommandobrücke: So konnte man den vielseitigen Alltag einer Binnenschifferin bzw. eines Binnenschifferserleben. Und eines war ganz schnell klar: Technik kann jede Menge Spaß machen.
   
Bestes Beispiel dafür ist Ines Baldauf, die derzeit ihre Ausbildung zur Binnenschifferin absolviert. Die 20-jährige Steierin ist ausgebildete Modedesignerin. Doch dann hat die Leidenschaft fürs Wasser über die Mode gesiegt. Jetzt befindet sie sich im zweiten Lehrjahr. Nach dem dritten darf sie sich als Matrosin bezeichnen. „Dann bin ich meinem großen Ziel, ein Schiff auf der Donau als Kapitänin einmal selbst zu lenken, schon ein gutes Stück näher gekommen. Denn danach möchte ich noch das KapitänInspatent machen. Rund dreiJahre sind dafür veranschlagt“, so Baldauf.

Mädchen können alles, wenn man sie nur lässt
„Ich freue mich, dass sich so viele Mädchen hier für die Berufe am Schiff oder ganz nah am Wasser interessieren. Das zeigt auch, dass der Wiener Töchtertag eine Initiative ist, mit der wir erfolgreich das Interesse von jungen Frauen und Mädchen wecken können, eine Karriere in heute noch 'typischen Männerberufen' zu starten. Gleichbehandlung und Chancengleichheit sind uns in allen Wiener Unternehmen besonders wichtig“, so Vizebürgermeisterin Renate Brauner, die den Wiener Töchtertag vor 11 Jahren initiiert hat.

„Im Jahr 2002 haben wir den Wiener Töchtertag gestartet. Seither hat sich der Töchtertag von einer kleinen Initiative zu einem wichtigen Schwerpunkt zur Förderung von
Mädchen entwickelt. Insgesamt über 26.000 Mädchen und rund 500 Wiener Betriebe haben in den letzten 11 Jahren daran teilgenommen. Allein heuer unterstützen 180 Unternehmen die Initiative und geben den Mädchen die Möglichkeit, untypische Lehrberufe kennenzulernen und für ein paar Stunden in den Arbeitsalltag hineinzuschnuppern“, sagt Frauenstadträtin Sandra Frauenberger.

„Für uns als Wien Holding ist es ganz klar, dass wir mit mehreren Tochtergesellschaften an dieser Initiative teilnehmen, denn Chancengleichheit und Antidiskriminierung sind in der Unternehmenspolitik der Wien Holding fest verankert. Unsere rund 75 Unternehmen bieten eine Vielzahl an Berufen und wir wünschen uns, dass sich Frauen und Mädchen noch stärker auch für jene Berufsfelder interessieren, die nicht den typischen Rollenklischees entsprechen“, so Wien Holding-Geschäftsführer Peter Hanke.

Insgesamt sechs Unternehmen der Wien Holding haben am Töchtertag teilgenommen. Neben der Central Danube, die den Twin City Liner, betreibt hat sich zum Beispiel auch noch die DDSG Blue Danube, bei der die Ausbildung für die Berufe am Schiff erfolgt, präsentiert. Auch das Mozarthaus Vienna, die Vereinigten Bühnen Wien, das Jüdische Museum Wien und die ebswien hauptkläranlage waren beim Töchtertag 2012 mit dabei.

Der Weg zum/zur KapitänIn
„Die Crew auf einem Twin City Liner besteht aus vier Mitgliedern:einer/einem KaptänIn und einer/einem Steuerfrau/Steuermann, die/der gleichzeitig als ZahlmeisterIn agiert, sowie einer/einem Matrosin/Matrosen und einer/einem Maschinistin/Maschinisten. Dazu kommen noch zwei MitarbeiterInnen der Cateringfirma, die sich um das Bordservice und das Wohl der PassagierInnen kümmern. Und natürlich arbeiten auch noch viele andere Menschen hinter den Kulissen,in Bereichen vom Ticketverkauf bis hin zur Abrechnung in der Buchhaltung“, erzählt Ronald Schrems, der Geschäftsführer der Central Danube, die den Twin City Liner betreibt.

Die Crew jedes Donauboliden wird von der DDSG Blue Danube gestellt, die auch die Personenschifffahrt in Wien und der Wachau mit sechs weiteren Schiffen betreibt. Als eines der letzten Unternehmen Österreichs bildet die DDSG Blue Danube noch KapitänInnen aus.

„Die Ausbildung beginnt mit einer dreijährigen Lehre als Schiffsmädchen/Schiffsjunge. Nach bestandener GesellInnenprüfung wird man offiziell zur/zum Matrosin/Matrosen erklärt und wenn man weiterhin in der Nautik bleiben möchte, wird man ZahlmeisterIn bzw. Steuerfrau/Steuermann, bevor man seine KapitänInspatentprüfung ablegt“, erzählt Flottenchef Kapitän Otto Szabo von der DDSG Blue Danube. Und er wünscht sich eines:„Derzeit gibt es bei der DDSG vierzehn Kapitäne und nur eine Kapitänin. Auch zum Aufnahmetest jedes Jahr kommen nur drei bis vier Frauen. Das könnten viel mehr sein, wie unsere bisherigen Frauen am Ruder und an Bord täglich ausgezeichnet beweisen“,so Szabo.

Was man für den Job braucht: Eine verantwortungsbewusste junge Person, dieFreude am Umgang mit Menschen und Spaß an der Arbeit am Wasser hat. Voraussetzung ist natürlich auch ein technisches Grundverständnis, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Und man braucht ein hohes Pflichtbewusstsein und ein großes Verantwortungsgefühl, denn immerhin ist man für die Sicherheit vieler PassagierInnen verantwortlich.
 

© Eva Kelety

Sechs Wien Holding-Betriebe beim Töchtertag mit dabei
Neben der Central Danube mit dem Twin City Liner und der DDSG Blue Danube waren beim Töchtertag 2012 auch noch mehrere andere Unternehmen mit dabei. So zum Beispiel die Vereinigten Bühnen Wien. Im Ronacher konnte man erfahren, welche Technik dahinter steckt, wenn sich das Theater beim Musical Sister Act von einem gewaltigen Kirchenschiff mit hundert Glasfenstern in einen regenbogenbunten Disco-Tempel verwandelt. Vom Ton über die Beleuchtung bis zur Requiste: Die interessierten Mädchen erlebten, was bei erfolgreichen Musicals wie Sister Act hinter den Kulissen in der Technik passiert.

Im Mozarthaus Vienna konnten sich die Teilnehmerinnen davon überzeugen, dass der Berufsalltag einer Museumstechnikerin bzw. eines Museumtechnikers sehr vielseitig ist. Bei einer spektakulären Feuerwehrübung mit der Wiener Berufsfeuerwehr vor dem Museum konnten die Mädchen ihre Fertigkeiten beim Feuerlöschen unter Beweis stellen. Die anschließendeMuseumsführung erlaubte einen Blick hinter die Museumskulisse und im Workshop wurde gemeinsam mit den Technikern eine Kugelbahn gebaut.

Ein ungewöhnlicher Museumsbesuch stand im Jüdischen Museum Wien auf dem Programm: geöffnete Vitrinen, das Schachtel-Universum der Archivarin und die Werkzeuge der Restauratorin. Beim anschließenden gemeinsamen Anfertigen von Passepartouts für die Vorbereitung eines Museumsobjektes konnte jedes Mädchen einen Eindruck von der praktischen Arbeit hinter den Kulissen gewinnen.

Und in der ebswien hauptkläranlage wurde erklärt, welche Jobs dahinterstecken, damit die Donau blau bleibt. Was genau mit dem Wasser der Badewanne passiert, nachdem der Stöpsel gezogen wurde, erfuhren die Mädchen bei einer Führung durch die Hauptkläranlage. Mit Quicktests, Mikroskop-Arbeiten, aber auch der Endmontage eines Räumerantriebes konnten im anschließenden Workshop die Mädchen in den Berufsalltag der spannenden technischen Berufsbilder – wie zum Beispiel ChemielabortechnikerIn und ElektroanlagentechnikerIn – hineinschnuppern.

Wien Holding: Chancengleichheit ist gelebte Praxis
Erfolgreiches, modernes Management spiegelt die Vielfalt der Gesellschaft, der MitarbeiterInnen und KundInnen wider. Deshalb ist Chancengleichheit in der Wien Holding gelebte Praxis. So wurden im Top-Management verstärkt Positionen mit Frauen besetzt. Die Gesellschaften WienCont, EU-Förderagentur, UNIT-Service GmbH, MG immo, Palais Hansen, Jüdisches Museum Wien, Neu Marx Standortmarketing, Wiener Messe Besitz GmbH oder die Wiener Stadthalle werden nun von Frauen geführt. Die Frauenquote in den Unternehmen der Wien Holding liegt auf Geschäftsführungsebene bereits bei 29 Prozent, in den Aufsichtsratsgremien sogar bei 35 Prozent. Insgesamt ist damit jede dritte Position im Top-Management bereits mit einer Frau besetzt. In der Wien Holding selbst, die als Dach des Konzerns agiert, ist die Geschäftsführung schon seit Jahren im Verhältnis 50:50 besetzt. Und auch in der Lehrlingsausbildung ist es ein wichtiges Ziel, Mädchen für technische Berufsfelder zu gewinnen.

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