
Er wurde in den Kategorien "Innovation", "Kooperation" und "Kommunikation" ausgeschrieben. In der vierten "offenen" Kategorie können auch Wiener Betriebe, die noch nicht am Öko-Business-Plan Wien teilgenommen haben, ein noch nicht realisiertes Umweltschutz-Projekt einreichen. Umweltstadträtin Ulli Sima war von der Qualität der Einreichung begeistert.
Die Stadt Wien hat mit dem Öko-Business-Plan Wien, der 1998 von der Wiener Umweltschutzabteilung MA 22 initiiert wurde, ein ebenso erfolgreiches wie nachhaltiges Instrument für Wiener Betriebe ins Leben gerufen, mit dem die Unternehmen Umweltprojekte und Maßnahmen umsetzen, dabei deutlich Geld sparen und gleichzeitig die Umwelt entlasten.
Seit dem Start des Programms vor acht Jahren haben bisher mehr als 500 Wiener Unternehmen am Öko-Business-Plan Wien teilgenommen. Sie haben bislang über 9.000 Umweltprojekte umgesetzt oder geplant, dabei Abfall, Energie, CO2, Transportkilometer und Trinkwasserverbrauch in beeindruckenden Mengen reduziert und damit mehr als 30 Millionen Euro eingespart. "Der Öko-Business-Plan ist ein win-win-Modell für alle, es profitieren die Unternehmen von ihren Maßnahmen und es profitiert unsere Umwelt", betont Umweltstadträtin Ulli Sima. "Mit dem Öko-Business-Plan Wien fördern wir betriebliche Effizienz und Sparsamkeit durch nachhaltiges Wirtschaften."
Die Sieger des Umweltpreises 2006
Im Zuge der Teilnahme des Unternehmens am Umweltprogramm Ökoprofit wurde nach wiederverwertbaren und praxistauglichen Entsorgungsbehältern bei den Dach- und Fassadenarbeiten vor Ort gesucht. Dabei fiel die Wahl auf die bei der Weinlese gängigen Kunststoffbutten.
Mit dem Einsatz dieser Butten für Abfalltransport und Sortierung auf der Baustelle konnte nicht nur eine ökologische und ökonomische Verbesserung erreicht werden. Auch die MitarbeiterInnen profitieren von dieser Maßnahme. Die Butten sind - da am Rücken - deutlich besser zu tragen als die herkömmlichen Kunststoffsäcke.
Der Vorteil der "Abfall-Butten" besteht nicht nur in der Einsparung von ca. 5.000 Einwegkunststoffsäcken pro Jahr und damit einer deutlichen Kostenreduktion für den Betrieb, sondern auch darin, dass Abfälle nun bereits am Ort des Anfalls sortenrein getrennt und dann über bereitgestellte Mulden entsorgt werden können.
Die TrashDesignManufaktur Wien (TDM) ist die Reprocessing- Abteilung des Demontage- und Recycling-Zentrums (D.R.Z.). Aus schadstoffentfrachtetem Elektroschrott des D.R.Z. entstehen ästhetisch elegante und hochwertige Designerlösungen für Möbel, Objekte und Schmuck. Das D.R.Z. sieht in der TrashDesignManufaktur in erster Linie ein Kommunikationsmittel zur Vermittlung sozialer und ökologischer Anliegen. Die "Schmuddelarbeit" Abfallrecycling bekommt durch die Produktion von Designerstücken eine höhere Wertigkeit. Auch die Jury hebt den kreativen Kommunikationsansatz dieses Projektes hervor, um auf die Themen Abfallvermeidung und Elektroschrott sowie auf das Sozialthema Arbeitslosigkeit zu verweisen.
In jeder Klasse gibt es zwei "Umweltbeauftragte", die täglich ihre umweltrelevante Tätigkeit dokumentieren. Diese Dokumentation wird gesammelt und monatlich gemeinsam reflektiert. Die Umweltbeauftragten werden von TutorInnen betreut - SchülerInnen, die großteils bereits geprüfte Abfallbeauftragte sind. Die TutorInnen besprechen die Ergebnisse in Teamsitzungen oder im Freigegenstand auch mit der betreuenden Lehrerin, der Abfallbeauftragten und Umweltmanagerin der Schule. Diese Erhebungs- und Informationskaskade ermöglicht eine breite Einbindung aller Agierenden an der htl donaustadt in das ISO 14001-System.
Angesichts der laufenden UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" begrüßt die Jury vor allem das kooperative Vorgehen der htl donaustadt. Besonders das klassenübergreifende Zusammenarbeiten verschiedener Altersstufen wird von den JurorInnen hervorgehoben. Die Jugendlichen werden praxisgerecht auf die Anforderungen des Umweltmanagements für ihr späteres Berufsleben vorbereitet.
Das Unternehmen MAN und die Wiener Linien entwickelten in einer Kooperation den weltweit umweltfreundlichsten Verbrennungsmotor für Busse. Die Emissionswerte des neuen Motors mit der Bezeichnung G 2876 DUH01 unterschreiten bereits jetzt die erst ab 2008 gültige EURO 5 Norm um mehr als die Hälfte. Der Treibstoffverbrauch kann im Vergleich zu herkömmlichen Motoren um 14% gesenkt werden, entsprechend vermindert sich auch der CO2-Ausstoß. Seit Oktober 2005 wird der neue Flüssiggasmotor von MAN in Busse der Wiener Linien eingebaut und einem Praxistest unterzogen. Die ersten Ergebnisse aus dem Flottentest sind mehr als erfreulich: Das neue Triebwerk unterschreitet teilweise sogar noch die auf dem Prüfstand ermittelten Treibstoffreduktionen.
Die Innovationskraft von MAN und die Bereitschaft der Wiener Linien, Europas größte Flüssiggasbusflotte für Praxistest und Erfahrungsaustausch zur Verfügung zu stellen, sind die wesentlichen Merkmale dieses Projekts. Der weltweit erstmalige Einsatz dieser neuen Motorengeneration in den öffentlichen Normal- und Gelenksbussen der Wiener Linien wurde als freiwillige Umweltmaßnahme zur Reduktion von CO2- und NOX-Emissionen von der Jury besonders hervorgehoben.
Informationen: www.oekobusinessplan.wien.at/

