
Seit dem Jahre 1995 ist der durchschnittliche Verbrauch in Wien von 569 Millionen Liter auf 670 Millionen Liter Treibstoff pro Jahr gestiegen. Pro Kopf haben die Wienerinnen und Wiener im Jahre 2005 416 Liter Kraftstoff vertankt.
Im Verhältnis zur erbrachten Verkehrsleistung ist der Energieverbrauch des Öffentlichen Verkehrs gering. "Wenn wir den Energieverbrauch mit der erbrachten Kilometerleistung vergleichen, dann sehen wir, dass der Öffentliche Verkehr im Durchschnitt etwa um das 6-Fache energieeffizienter ist als der Pkw", so VCÖ-Verkehrsexperten DI Martin Blum. Stadtrat DI Rudolf Schicker kündigte noch intensivere Maßnahmen für die Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs an. Im Vorjahr etwa verzeichneten die Wiener Linien die Rekordzahl von 747 Millionen Transporten (Passagieren).
Der Anstieg in Sachen Individualverkehr hat laut dem VCÖ-Verkehrsexperten DI Martin Blum vor allem damit zu tun, dass die Strecken, die mit dem Pkw zurückgelegt werden, immer länger werden. Ein wesentlicher Grund dafür sind demnach die Einkaufszentren am Stadtrand - zu denen die Wiener vor allem mit dem Auto fahren.
Auch die Anzahl der Personenkraftwagen in Wien nimmt zu. Laut Schicker kommen jährlich rund 6.000 Autos dazu. Dadurch sei es unter anderem notwendig, den Garagenbau zu forcieren, betonte der Ressortchef. Insgesamt sind rund 656.000 Pkw in Wien angemeldet.
Im Durchschnitt hat im Vorjahr jeder Wiener 416 Liter Sprit verbraucht. Was im Bundesvergleich den besten Wert darstellt: Er liegt um 36 Prozent unter dem Bundesschnitt. Spitzenreiter Oberösterreich hat etwa einen Pro-Kopf-Treibstoffverbrauch von 779 Litern " aber auch kein vergleichbares Öffi-System, wie betont wurde.
Der VCÖ betont zudem, dass das Potenzial, den Energieverbrauch des Verkehrs zu verringern, in Wien groß ist. Viele Strecken, die in Wien mit dem Auto gefahren werden, sind kürzer als drei Kilometer. Viele dieser Strecken könnten auch mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. "Das Fahrrad ist im Stadtverkehr das ideale Verkehrsmittel. Es ist schnell, sauber und günstig. Man erspart sich viel Zeit, weil man weder im Stau steht und noch einen Parkplatz suchen muss", verweist VCÖ-Experte DI Blum auf die Vorteile des Radfahrens.
Energieeffizient mobil
VCÖ, Stadtrat Rudi Schicker und ÖBB-Postbus haben den Startschuss für den Wiener Mobilitätspreis "energieeffizient mobil" gegeben. Gesucht sind beim Mobilitätspreis Wien Projekte, die den Energieverbrauch des Verkehrs verringern. Wer beim VCÖ-Mobilitätspreis Wien mitmacht, hat zudem die Chance auf zwei Auszeichnungen: Zum einen kürt eine unabhängige Jury das beste Projekt Wiens, das von Stadtrat Rudi Schicker, dem Postbus und dem VCÖ ausgezeichnet wird. Zudem haben die besten Projekte Wiens auch die Chance, beim Mobilitätspreis Österreich zu gewinnen.
Die Einreichunterlagen sind direkt im Internet unter www.vcoe.at erhältlich oder können beim VCÖ telefonisch unter (01) 893 26 97 oder per E-Mail unter vcoe@vcoe.at angefordert werden. Einreichschluss ist der 30. Juni 2006.
