
"Die Stadt Wien unterstützt die Wiener Universitäten bei der Bewältigung dieser Mehrbelastungen. Über eine neue Förderschiene führen wir die bezahlte Grundsteuer wieder an die Wiener Universitäten zurück. Dazu dotieren wir einen Fonds mit den Mehreinnahmen aus der Grundsteuer. Nach derzeitigen Berechnungen sind es rund 1,3 Millionen Euro jährlich, die in den Fonds fließen. Aus diesem Fonds werden Projekte der Wiener Universitäten zum Beispiel in den Bereichen Forschung, Kunst, Lehre und Universitätsentwicklung gefördert", so Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder.
Die Vereinbarung gilt rückwirkend ab 1. Jänner 2006. Sie umfasst somit alle seither von den Unis geleisteten und auch die künftigen Grundsteuerbeträge, die durch den Eigentümerwechsel bei den Universitäten bedingt sind.
"Wien ist damit die erste und bisher einzige Universitätsstadt in Österreich, die die Grundsteuer-Mehreinnahmen wieder an die Universitäten dauerhaft und zur Gänze zurückerstattet. Wir wollen nicht auf Kosten der Universitäten und letztendlich zum Nachteil für den Wissenschafts- und Forschungsstandort Wien die Einnahmen der Stadt vergrößern. Mit der neuen Förderung gewährleisten wir, dass die Grundsteuergelder wieder gezielt für Wissenschaft, Forschung und Lehre an den Wiener Universitäten zur Verfügung stehen", resümiert Rieder.
Gesamtinvestment in Forschung: 150 Millionen Euro
"Die Stadt Wien investiert jährlich über 150 Millionen Euro in Wissenschaft und Forschung. Die neue Förderschiene stärkt den Wissens- und Forschungsstandort und ist gut für die Kooperation zwischen Wien und seinen neun Universitäten", betont Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny. "Die finanziellen Mittel für Wissenschaftsprojekte mit Wien-Bezug sollen einen Beitrag dazu leisten, wichtige stadtrelevante Forschungen zu initiieren und zu diskutieren".
Wien ist zweitgrößte Universitätsstadt im deutschsprachigen Raum
Wien ist nicht nur Österreichs größter Universitätsstandort, sondern auch nach Berlin die zweitgrößte Universitätsstadt im deutschsprachigen Raum. An den neun Wiener Universitäten mit mehr als 120.000 StudentInnen unterrichten rund 5.000 HochschullehrerInnen. Diese neun Universitäten sind die Universität Wien, die Technische Universität, die Veterinärmedizinische Universität, die Wirtschaftsuniversität, die Universität für Bodenkultur, die Universität für Angewandte Kunst, die Universität für Musik und Darstellende Kunst, die Akademie der Bildenden Künste und die Medizinische Universität.
Dazu kommen rund 800 Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, von der Akademie der Wissenschaften bis zur Ludwig Boltzmann Gesellschaft. Weiters ergänzen fünf Fachhochschulen mit rund 6.000 StudentInnen das hochwertige Ausbildungs- und Forschungsspektrum in Wien.
Wien hat Österreichs höchste Forschungsquote
Mit einer Forschungsquote von 3,02 Prozent (Statistik Austria 2002) kann Wien die höchste F&E-Quote in Österreich aufweisen. Nach internen Schätzungen liegt die F&E-Quote für 2004 bei 3,6 Prozent (2003: 3,3 Prozent). Damit liegt die Wiener Forschungsquote nach allen Berechnungen bereits über den drei Prozent, die von der Europäischen Union gemäß dem Lissabon-Ziel für das Jahr 2010 vorgegeben wurde.

