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Design als Wirtschaftsförderung
"departure" präsentiert Studie zum intelligenten Einsatz von Design
zurück | 29.06.2006
Die Creative Industries in Wien sind eines der Stärkefelder der Wiener Wirtschaft. Innerhalb der Wiener Kreativwirtschaft gilt der Designbereich als ein Sektor mit besonders hohem Potenzial. Das bestätigt auch die Studie "Die 1. Österreichische Designleiter", bei der das IFES-Institut im Auftrag von departure - die Creative Industries-Impulsgesellschaft der Stadt Wien - 1.000 österreichische Unternehmen über den Einsatz von Design befragt hat.
v.li.n.re.: Norbert Kettner, Brigitte Jank und Vbgm. Dr. Sepp Rieder
©Pressefoto Votava

Die Kernausagen: 43 Prozent aller österreichischen Unternehmen setzen stark auf Design. Von der Produktentwicklung bis hin zur Vermarktung sind Designer eingebunden. In Wien trifft das sogar auf 47 Prozent der Firmen zu. Für nur 22 Prozent der Firmen ist Design überhaupt kein Thema. Der intelligente Einsatz von Design hingegen macht Unternehmen wettbewerbsfähiger und gesünder. 72 Prozent der Unternehmen geben an, dass Design die Profitabilität des Unternehmens erhöht.

"Design macht sich offenbar bezahlt, 86 Prozent der Unternehmen ließen in den letzten fünf Jahren ihre Design-Investitionen konstant oder haben diese sogar gesteigert", ergänzte dazu Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder bei der Vorstellung der Studie gemeinsam mit Wirtschaftskammer Wien Präsidentin Brigitte Jank und Norbert Kettner, Geschäftsführer von departure.

Unternehmen investieren verstärkt in Design - mehr Arbeitsplätze

Die steigenden Investitionen in Design wirken sich auch auf den Arbeitsmarkt positiv aus. 19 Prozent der Unternehmen erklärten, dass sie in den letzten fünf Jahren zusätzliche Designer angestellt haben. Bei Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten haben sogar sechs von 10 Unternehmen neue Arbeitsplätze im Designbereich geschaffen. Die stärkste Nachfrage an Designleistungen herrscht in Wien im Bereich Kommunikations- und Markendesign (54 %), Mediendesign (49 %) und Innen- und Außenausstattung (32 %).

Seit 2004 haben wir insgesamt neun Förderwettbewerbe für die Creative Industries abgewickelt und 63 Projekte gefördert. Insgesamt wurden dabei 4,9 Mio. Euro an Fördermitteln bewilligt und damit ein Gesamtinvestitionsvolumen von über 19,6 Mio. Euro ausgelöst bzw. 400 Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen. Betrachtet man die geförderten Projekte nach den einzelnen Branchen der Creative Industries, so zeigt sich auch hier die große Bedeutung der Designunternehmen. Von den 63 geförderten Projekten stammt fast ein Drittel aus dem Designbereich (22). 15 Projekte kommen aus dem Bereich Musik und Musikvermarktung, 12 aus dem Bereich Mode und 8 aus dem Bereich Multimedia, 6 Projekte waren branchenübergreifend."

18.000 Creative Design Betriebe in Wien

Etwa ein Viertel der 18.000 Wiener Creative Industries- Betriebe ist dem Design-Bereich zuzuordnen (4.520 Betriebe). 54 Prozent davon sind im Grafikdesign (2.441 Betriebe), 31 Prozent im Produkt- und Industriedesign (1.401 Betriebe) tätig. Die restlichen Unternehmen arbeiten im Bereich Modedesign, Illustration und Webdesign. Alle Design-Unternehmen in Wien beschäftigen insgesamt rund 16.000 ArbeitnehmerInnen, das sind rund 15 Prozent aller 107.000 Arbeitsplätze, die die Creative Industries in Wien insgesamt bieten. Der Zuwachs an Arbeitsplätzen ist in den Creative Industries nach einer im November 2005 veröffentlichten Studie des Wifo besonders hoch. Während die Gesamtbeschäftigung seit Mitte der 90er Jahre in Wien im Durchschnitt um 0,2 Prozent pro Jahr gestiegen ist, beträgt das Beschäftigungswachstum in den Creative Industries rund 1,9 Prozent jährlich.

"Die Studie "Die 1. Österreichische Designleiter" orientiert sich an Befragungen in Schweden und Dänemark und ist die erste derartige Analyse außerhalb Skandinaviens. In Großbritannien, Norwegen und Spanien sind vergleichbare Studien erst im Entstehen, Frankreich plant ebenfalls den Einsatz des "Designleiter"-Modells. Damit können künftig Designstrategien europaweit abgestimmt werden, und Wien und Österreich können hier erstmals wieder eine zentrale Vorreiterposition einnehmen", so Kettner weiter.

"Die 1. Österreichische Designleiter": Ergebnisse im Detail

1. Design zahlt sich aus

72 Prozent, fast drei Viertel der befragten Unternehmen, geben an, dass ihrer Meinung nach Design die Profitabilität eines Unternehmens erhöht. Aufgrund der besseren Datenlage (alle Unternehmensdaten sind in Schweden transparent im Internet verfügbar) ist die schwedische Designleiter-Studie noch klarer: Unternehmen, die Design als Strategie einsetzen, verzeichnen ein jährliches Umsatzplus von 9 Prozent im Vergleich zu Unternehmen ohne Design, deren Umsätze um 7,4 Prozent stiegen. Ähnliche Ergebnisse zeigt auch eine Studie des British Design Councils, die besagt, dass Unternehmen, die Design als Strategie einsetzen, eine höhere Wertschöpfung erzielen und zwischen 1994 und 2003 überdurchschnittliche Erfolge an der Londoner Börse verzeichneten.

24 Prozent der österreichischen Unternehmen glauben eher nicht an einen Zusammenhang zwischen Design und wirtschaftlichem Erfolg.

2. 43 Prozent verwenden Design als Prozess oder Strategie

43 Prozent der befragten österreichischen Unternehmen aller Unternehmensgrößen nutzen Design als Prozess oder Strategie, Wiener Unternehmen jedoch zu 47 Prozent. Deutliche Unterschiede ergeben sich im Vergleich zu Schweden: Während 61 Prozent der schwedischen Unternehmen über 20 Mitarbeiter Design prozesshaft oder strategisch einsetzen, sind dies in Österreich nur 46 Prozent. Gar kein Design (NON-Design) setzen österreichweit 22 Prozent, wienweit 19 Prozent ein.

3. Nachfrage nach Design bleibt konstant oder steigt

Bei 59 Prozent der Unternehmen blieben die Designinvestitionen in den vergangenen fünf Jahren konstant, 27 Prozent gaben an, dass die Investitionen gestiegen seien. Wachsende Designbudgets verzeichnen vor allem Großbetriebe mit über 250 Beschäftigten. Nur bei drei Prozent der Unternehmen wurde weniger in Design investiert.

4. Große Unternehmen sind Wachstumsmarkt für angestellte Designer

Auch die Zahl der in Unternehmen beschäftigten Designer blieb in den letzten fünf Jahren bei 60 Prozent konstant, 19 Prozent geben an, Designer zusätzlich aufgenommen zu haben. Bei Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern haben sogar 6 von 10 oder 62 Prozent zusätzliches Personal aufgenommen.

5. 74 Prozent der Unternehmen haben keinen Designer beschäftigt

74 Prozent aller befragten österreichischen Unternehmen haben keinen Designer beschäftigt, in Wien nur 65 Prozent. Vor allem Unternehmen mit über 20 Mitarbeitern, beschäftigen angestellte Designer. In dieser Gruppe liegt der Prozentsatz jener Unternehmen, die keinen eigenen Designer haben bei 62 Prozent, in Wien bei 54 Prozent keinen Designer.

6. 70 Prozent der Designleistungen werden zugekauft

59 Prozent der Designleistungen werden im Inland, 11 Prozent der Leistungen im Ausland zugekauft. Nur 27 Prozent der Unternehmen, die Design in irgendeiner Form verwenden, haben selbst einen Designer angestellt. Das heißt, dass der Designer auch in Zukunft vor allem selbstständig tätig sein wird. Das wiederum erfordert verstärkt auch unternehmerisches Know-how. departure wird hier ab Herbst 2006 spezifische Ausbildungsinstrumente anbieten.

7. Kommunikations- und Markendesign wird am meisten nachgefragt

Die befragten Unternehmen in Wien haben an unterschiedlichen Designleistungen Bedarf. An der Spitze der Nachfrage in Wien liegt das Kommunikations- und Markendesign mit 54 Prozent (Österreich: 57%). 49 Prozent der Wiener Unternehmen brauchen Mediendesign (Österreich: 46%), 32 Prozent fragen nach Design bei Innen- und Außenausstattung nach (Österreich: 40%). Ebenfalls gefragte Designleistungen sind Servicedesign mit 29 Prozent (Österreich: 27 %), Produktdesign mit 23 Prozent Nachfrage in Wien (Österreich: 22%). Acht Prozent der Betriebe in Wien brauchen Mode- und Textildesign (Österreich: 9%).

8. Nachhaltige Unternehmensentwicklung durch Design

Analog zur Einschätzung über positive wirtschaftliche Auswirkungen durch den Einsatz von Design zeigt sich auch die wirtschaftliche Situation der befragten Unternehmen. Wer Design als Prozess oder Strategie einsetzt, ist auch wirtschaftlich stärker. Bezüglich der abgefragten Geschäftsergebnisse ergibt sich folgendes Bild:

  • Unternehmen, die Design als Strategie einsetzen: Geschäftsergebnis zu 94 Prozent positiv oder ausgeglichen
  • Unternehmen, die Design als Prozess einsetzen: 88 Prozent positiv oder ausgeglichen
  • Unternehmen, die Design als Styling einsetzen: 86 Prozent positiv oder ausgeglichen
  • Unternehmen, die kein Design einsetzen: 76 Prozent positiv oder ausgeglichen.

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