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Die Rinderhalle und die Zukunft
Media-Center, Bürohaus, Creative Center
zurück | 13.07.2006
Die 1878 bis 1898 nach den Plänen des Architekten Rudolf Frey errichtete und mehrfach erweiterte Rinderhalle bildet den zentralen Kern des Stadtentwicklungsgebietes St. Marx. Beim Umbau des Schlachthofareals in ein urban belebtes Zentrum kommt deshalb der historischen Rinderhalle eine zentrale Bedeutung zu. Eröffnet wurde das Gelände durch Kaiser Franz Josef im Jahr 1881 mit der ersten Mastviehausstellung. 1997 wurde die Rinderhalle vom Bundesdenkmalamt unter Denkmalschutz gestellt, wegen der einzigartigen Konstruktionstechnik und aufgrund der Tatsache, dass es sich um die erste erbaute und auch die letzte noch erhaltene große Schmiede-Eisenkonstruktion aus dem 19. Jahrhundert in Wien handelt.

Die Halle besteht aus zwei dreischiffigen Hallen, die entlang ihrer Längsachse durch ein überdachtes Straßenschiff miteinander verbunden sind. Nachdem ein Teil der Halle beim Bau der Südosttangente beseitigt wurde, hat das Bauwerk heute eine Länge von rund 175 Metern und eine Breite von 114 Metern. Die maximale Gebäudehöhe beträgt rund 17 Meter.

9,5 Millionen Euro für Sanierung der Rinderhalle

Bei der Generalsanierung wird die alte Ziegelfassade vollständig wiederhergestellt und die 23.700 m² große Dachfläche saniert. Die mit viel Glas und gemauerten Rundbogenportalen gestaltete Westfront ist weitgehend im Originalzustand erhalten. Die 3.500 m² Glasflächen bekommen nun eine neue Isolierverglasung. Die 900 Tonnen schwere Eisenkonstruktion wird entrostet und repariert. Würde man die Träger aneinander reihen, so entstünde ein Eisenprofil mit einer Länge von 21,4 Kilometern. Die Grundfläche der Halle ist mit fast 20.000 m² enorm. Sie wird derzeit mit einer Betonsauberkeitsschicht versehen. Dabei werden 2.000 m³ Beton eingebracht, um eine tragfähige Untergrundkonstruktion zu legen.

Die Kosten für die Sanierung betragen 9,5 Millionen Euro. 1,2 Millionen Euro davon stammen von der EU, und zwar aus dem Strukturförderprogramm URBAN II. In neun Monaten wird die Sanierung abgeschlossen sein. Etwa 100 Arbeitsplätze werden mit der Sanierung gesichert. Neben Fachkräften für die Baumeister- und Schlosserarbeiten sind auch zahlreiche Spezialisten, die mit alten Handwerkstechniken, wie zum Beispiel dem Aufziehen alter Ziegelmauern vertraut sind, beschäftigt. Am historischen Stierkopf aus Sandstein arbeiten erfahrene Restauratoren gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt.

Verwertung der Bauflächen im Umfeld der Rinderhalle - 2 Projekte bereits fix: S+B Plan & Bau errichtet Bürohaus

Rund um die Rinderhalle wird das Schlachthofareal auf insgesamt sieben verschiedenen Bauplätzen entwickelt. Die Gesamtfläche, die zur Verfügung steht, beträgt inklusive Rinderhalle 160.000 m². Zwei Projekte sind bereits fix und der Baubeginn ist für 2006 bzw. 2007 geplant. Konkret handelt es sich um ein Bürohaus von Architekt Ernst Hoffmann und die Erweiterung des Marx Media Quarters.

Auf dem rund 2.500 m² großen "BAUPLATZ 2c-2" wird die S+B Plan & Bau in Kooperation mit dem ZIT - Zentrum für Innovation und Technologie ein siebengeschossiges Bürogebäude nach den Plänen des Architekten Prof. DI Ernst Hoffmann errichten. Mit dem Objekt soll die architektonische Brücke vom dominanten T-Center zum denkmalgeschützten Nachbarobjekt, dem "MARX", gespannt werden. Der Baubeginn ist noch für heuer vorgesehen. Das Gebäude wird eine Nutzfläche von 8.000 m² aufweisen. In das Projekt werden rund 19 Millionen Euro investiert.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Stiertor plant der Wiener Wirtschaftsförderungsfonds und das ZIT - Zentrum für Innovation und Technologie die Erweiterung des MARX-Mediazentrums. Noch heuer wird für die Erweiterung des Marx Media Quarters eine Projektentwicklungsgesellschaft mit privaten Partnern gegründet werden. Der Erweiterungsbau wird auf dem "BAUPLATZ 5" bei der Henneberggasse realisiert. Ab 2008 sollen hier neue Büroräumlichkeiten bzw. Studio- und Produktionsflächen mit einer Bruttogeschossfläche von 24.000 m² für Medienunternehmen und Betriebe der Creative Industries zur Verfügung stehen. In das Projekt wird der WWFF gemeinsam mit Partnern rund 50 Millionen Euro investieren. Der Baubeginn ist für 2007 geplant.

Das MARX-Medienzentrum befindet sich bereits seit dem Jahr 2003 im denkmalgeschützten ehemaligen Verwaltungsgebäude des Schlachthofes. Täglich entstehen in den Studios Fernsehsendungen für DAS VIERTE, ATV oder RTL2. Seit dem Start im Jahr 2003 konnte sich das Haus zu einer vielseitigen Eventlocation entwickeln.

Projekt Skybox des Architekturbüros Petrovic & Partner

Im nordwestlichen Bereich des ehemaligen Schlachthofareals, gleich beim denkmalgeschützten Stiertor, liegt der "BAUPLATZ 2ab" mit einer Fläche von 1.400 m². Hier soll das Projekt Skybox des Architekturbüros Petrovic & Partner realisiert werden - ein Kooperationsprojekt von WSE und dem privaten Unternehmen S+B Plan & Bau. Der Entwurf sieht ein mehrteiliges, transparentes Bürogebäude vor. Der Baukörper grenzt im Erdgeschossbereich an das denkmalgeschützte Portierhaus an und im südlichen Teil - in Richtung T-Center - wird das Erdgeschoss auf Stützen aufgelöst. Der modulare Aufbau des Grundrisses ermöglicht größtmögliche Flexibilität beim Innenausbau, es kann flexibel auf die jeweilige Nutzung der einzelnen Mieter eingegangen werden.

Bebauungsstudie: Das Marx-Quadrat des Architekturbüros Hoppe

Für den 12.100 m² großen "BAUPLATZ 4", der sich parallel zur Litfassstraße befindet, hat das Architekturbüro Hoppe eine Bebauungsstudie erstellt. Unter dem Titel Marx Quadrat ist ein Gebäude vorgesehen, das von einem Nutzungsmix für Büros, Restaurants, Gewerbe- und Lagerbereiche ausgeht. Im Mittelpunkt steht ein starker Baukörper mit Volumina bildenden Kanten. Die Fassaden sind je nach Bau-Richtung unterschiedlich gestaltet und berücksichtigen die jeweilige unmittelbare Bebauungsstruktur der Nachbarschaft. So präsentiert sich das Gebäude zur A23 hin massiv und geschlossen und zur Litfassstraße kleinteilig und offen. Für das direkt an den "BAUPLATZ 4" angrenzende Grundstück unter der Autobahn A23, die in diesem Bereich als Hochstraße verläuft, ist zwischen der Marianne-Hainisch-Gasse und der Maria-Jacobi-Gasse eine mehrgeschossige Hochgarage projektiert.

Absiedlung der Fleisch-Zerlegebetriebe ab 2007 geplant

Auf dem "BAUPLATZ 6" befindet sich derzeit noch der Fleischmarkt mit den Zerlegebetrieben. Nach der Absiedlung des Betriebs wird dieses mehr als 40.000 m² große Areal zur weiteren Verwertung/Nachnutzung frei. Der derzeit gültige Flächenwidmungs- und Bebauungsplan soll erste Anhaltspunkte für die weitere Entwicklung von Projekten auf diesem Areal sein. Derzeit wird in Inzersdorf das neue Fleischzerlegezentrum gebaut. Die Umsiedlung der Betriebe ist für Ende 2007 geplant.

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