
Laut lokalem Melderegister lebten im März 2006 in Wien 312.910 Menschen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft. Bei einer Gesamtbevölkerung von 1.666.796 Menschen bedeutet dies einen Anteil von 18,8 Prozent. 77.434 Menschen kommen aus Serbien und Montenegro, 40.172 aus der Türkei, 22.462 aus Polen, 17.658 aus Bosnien und Herzegowina und 16.966 aus Kroatien. Bedeutend weniger WienerInnen kommen aus Rumänien (7.817), Mazedonien (7.405), der Slowakei (6.578), Ungarn (5.450), Bulgarien (4.429), der Tschechischen Republik (2.411) und Slowenien (939). Rund 30 Prozent der Wiener Bevölkerung sind in erster, zweiter oder dritter Generation zugewandert.
Die Wiener Wirtschaft sieht Entwicklungspotenziale vorwiegend in gut ausgebildetem kaufmännischen Personal - mit guten Deutschkenntnissen und Kenntnissen in Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Polnisch, Rumänisch, Slowakisch, Tschechisch, Türkisch und Ungarisch. Eingeschränkt werden die Einsatzmöglichkeiten vor allem durch Hemmnisse wie Sprachkenntnisse, Alter oder Verlauf des Berufseinstieges.
Neue Maßnahmen
Ein wichtiges Beispiel ist etwa das Projekt InterCulturExpress, bei dem die Stadt Wien als strategischer Partner auftritt. InterCulturExpress betont die Förderung mitgebrachter Kompetenzen, das Erkennen von Mehrsprachigkeit und Migrationshintergrund als Potenzial und die Vermeidung von beruflicher Dequalifikation.
Aber auch die aktive Arbeitsmarktpolitik Wiens trägt zur Nutzung des Potenzials an Arbeitskräften mit Migrationshintergrund bei. Die Maßnahmen des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) sind insgesamt darauf ausgerichtet, die berufliche Qualifikation von Wiener ArbeitnehmerInnen zu heben und damit ihre beruflichen Entwicklungschancen zu steigern. Gerade MigrantInnen sind für den waff eine wichtige Zielgruppe. Im Jahr 2005 machten MigrantInnen insgesamt 18,4 Prozent der BeratungskundInnen aus.

