
In den beiden videoüberwachten U-Bahnzügen ist es während des einjährigen Probebetriebes weder zu Diebstählen noch zu tätlichen Übergriffen gekommen. Die Sachbeschädigungen durch Vandalismus sind um 80 bis 90 Prozent zurückgegangen. Alle konkret begangenen Straftaten konnten mit Hilfe der Bilder aus der Kamera aufgeklärt und die Täter von der Polizei ermittelt werden.
Noch besser war das Ergebnis in den beiden kameraüberwachten Straßenbahnbeiwagen. Dort hat es keinen einzigen strafrechtlich relevanten Zwischenfall gegeben", so Dr. Rieder und Wiener Linien-Direktor Dipl.-Ing. Günter Steinbauer.
"Deshalb haben die Wiener Linien die entsprechend vorgeschriebenen Dokumentationen über den Probebetrieb und Anträge auf Verlängerung des Probebetriebs sowie auf Überführung in den Regelbetrieb an die Datenschutzkommission im Bundeskanzleramt bereits übermittelt. Nun ist die Kommission am Zug, um darüber zu entscheiden, ob und in welcher Form die Videoüberwachung weiterlaufen darf", erklärt Wiener Linien-Direktor Dipl.-Ing. Günter Steinbauer.
Bilder werden für 48 Stunden gespeichert und danach automatisch gelöscht
Die Bilder der Kameras werden zu Recordern in den Fahrzeugen übertragen und von dort auf einem Wechseldatenträger, einer Festplatte, gespeichert. Die Aufzeichnungskapazität der Festplatte beträgt 48 Stunden, danach werden die ältesten Bilder automatisch gelöscht.
Das österreichische Datenschutzgesetz sieht eine Prüfung und Genehmigung einer so genannten Datenanwendung vor. Diese Genehmigung wurde den Wiener Linien 2005 für einen einjährigen Testbetrieb erteilt. Der gesamte Testbetrieb wurde in einem Bericht dokumentiert. Dr. Rieder erwartet sich einen positiven Bescheid und verweist auf internationale Beispiele.
Videoüberwachung von öffentlichen Verkehrsmitteln bewährt sich weltweit: Kameras in London, Paris oder Berlin
Auch international wird die Videoüberwachung als geeignetes Instrument zur Verhinderung von Straftaten gesehen. So kommt die U-Bahn-Überwachung in Städten, wie London, Paris, Berlin, Hamburg oder Brüssel zur Anwendung. Dabei zeigen internationale Untersuchungen im Rahmen der UITP (International Association of Public Transport) deutlich positive Auswirkungen auf die Sicherheit und Schadensbekämpfung. 75 Prozent der Verkehrsunternehmen berichten von Rückgängen bei Vandalismus und Graffiti-Schäden und planen daher eine Ausweitung der Kameranutzung in den Fahrzeugen.

