
"Trotz steigender Beschäftigungszahlen bedeutet der Aufschwung allerdings noch keine Entwarnung für den Arbeitsmarkt. Wir wollen deshalb durch ein 4- Punkte-Programm mit den Schwerpunkten Innovation und Internationalisierung, Ausbildung und Wissenschaftsförderung den Konjunkturaufschwung unterstützen und damit mehr Arbeitsplätze schaffen", so Rieder weiter.
"Auch für das Jahr 2006 prognostiziert das WIFO ein Anhalten des Konjunkturaufschwungs bei einem Wachstum auf dem Österreich- Niveau von rund 2,6 Prozent", berichtet Jank. Die wichtigsten Wachstumssäulen 2005 waren, der Tourismus (Rekordergebnis mit einem Nächtigungsplus von 5,4 Prozent), die Energieversorgung, aber auch die Sachgüterproduktion und der unternehmensnahe sowie sonstige Dienstleistungssektor.
"Dass das Jahr 2005 ganz im Zeichen der Konjunkturerholung stand, zeigt auch der Gründerboom in Wien", betonte Jank. Insgesamt wurden im Vorjahr 8.638 Unternehmen gegründet, das sind um 411 Betriebe (plus 5 % ) mehr als 2004. Die meisten Neugründungen waren im Bereich Gewerbe und Handwerk (3.192) zu verzeichnen, gefolgt vom Bereich Information & Consulting (2.254), dem Handel (2.011), dem Tourismus und der Freizeitwirtschaft (573) sowie dem Bereich Transport und Verkehr (550) und der Sparte Industrie mit 102 Neugründungen. Für das Jahr 2006 wird sogar mit einem leicht höheren Ergebnis gerechnet. Ein wahrer Ansturm herrschte im Gründerservice der Wirtschaftskammer Wien. Die Mitarbeiter führten 2005 insgesamt die Rekordzahl von 25.000 Beratungen in Sachen Neugründungen durch. (1.993 Workshops, 517 persönliche Einzelgespräche, 1.750 Kurzberatungen, 18.900 Telefonberatungen, 1.500 e-Mails)
Auch die Anzahl der internationalen Unternehmen, die sich in Wien ansiedeln, sei ausgesprochen positiv. 74 ausländische Unternehmen (+37%) waren es im Jahr 2005 und im ersten Halbjahr 2006 haben sich bereits 31 internationale Betriebe für Wien entschieden.
Jedes zweite ausländische Unternehmen, das nach Österreich kommt, wählt Wien als Standort
Ein Gradmesser für den Erfolg und die Attraktivität Wiens als Wirtschaftsstandort ist auch die Bilanz bei der Ansiedlung von internationalen Unternehmen. Im Vorjahr wurden von der Austrian Business Agency (ABA) und dem Wiener Wirtschaftsförderungsfond (WWFF) insgesamt 74 internationale Unternehmen in Wien angesiedelt. Das waren um 20 Betriebe mehr als im Jahr 2004 mit 54 Ansiedlungen (+ 37%). Insgesamt investierten diese 74 Unternehmen rund 80 Millionen Euro am Standort Wien und haben 725 Arbeitsplätze geschaffen. Der positive Trend bei den Betriebsansiedlungen hält auch im Jahr 2006 weiter an. Mit Stichtag 30. Juni 2006 wurden heuer von ABA und WWFF insgesamt bereits 31 ausländische Unternehmen in Wien angesiedelt. In Österreich waren es 68 ABA-Ansiedlungen. Die 31 in Wien angesiedelten Unternehmen investieren über 7 Millionen Euro am Standort Wien und schaffen 333 neue Arbeitsplätze.
Hohe Produktivitätssteigerung bei steigender Beschäftigung
Der Wirtschaftsaufschwung in Wien geht Hand in Hand mit einer im Österreichvergleich hohen Produktivitätssteigerung. Im zweiten Halbjahr 2005 nahm die Bruttowertschöpfung je unselbstständig Beschäftigten real um 1,8 Prozent zu. Der Österreichschnitt beim Produktivitätszuwachs lag im gleichen Zeitraum bei plus 1,2 Prozent. Nur in den Bundesländern Burgenland (+ 1,9 %) und Vorarlberg (+ 2,2 %) ist die Produktivität noch höher gestiegen als in Wien.
Die Konjunkturerholung spiegelt sich auch in den Arbeitsmarktdaten wieder. Im Jahr 2005 war Wien das einzige Bundesland in Österreich in dem sowohl die Zahl der Arbeitslosen (- 0,7 %) als auch die Arbeitslosenquote von 9,8 auf 9,7 Prozent zurückgegangen ist. Rund 756.500 unselbstständig Beschäftigte arbeiten in der Stadt. Insgesamt gibt es in Wien mehr als 910.000 versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, um fast 24.000 mehr als noch vor fünf Jahren. Insgesamt bietet die Stadt Wien ein Viertel aller österreichischen Arbeitsplätze, nicht nur für die Wiener selbst, sondern auch für rund 200.000 Pendler, hauptsächlich aus Niederösterreich und dem Burgenland.
Aufschwung hält laut WIFO auch im Jahr 2006 an - Wachstum im Bereich von 2,6 Prozent prognostiziert
Für Wiens Wirtschaft prognostiziert das WIFO für das Jahr 2006 ein Wachstum in der Höhe von rund 2,6 Prozent. Ähnlich hoch wird auch das österreichische Gesamt-Wirtschaftswachstum sein. Besonders profitieren sollte Wiens Wirtschaft im Jahr 2006 von der dynamischen Entwicklung im angrenzenden Ost- und Mitteleuropa. Auch der Tourismus boomt weiterhin. Die Tourismus-Halbjahresbilanz weist bereits ein Nächtigungsplus von 8,8 % Prozent (+ 342.000 Nächtigungen) aus.
Weitere positive Impulse werden 2006 von der Bauwirtschaft vor allem vom Tief- und Wirtschaftsbau sowie vom Dienstleistungssektor erwartet. Ein wichtiges Signal, dass der Dienstleistungsbereich weiter wächst, ist die aktuelle Beschäftigungsentwicklung in diesem Bereich. Hier haben sich im ersten Halbjahr 2006 die Unternehmensdienste (+5,7%), sowie der Gesundheits- (+4,9%) und Ausbildungsbereich (+5,1%) besonders dynamisch entwickelt. Im Aufwind befindet sich auch weiterhin die Industrie und die Sachgüterproduktion, die von steigenden Exporten und Investitionen profitiert. So ist im ersten Quartal der technische Produktionswert der Industrie in Wien um 10,4 Prozent und die abgesetzte Produktion bereits um +12,2 Prozent gestiegen.

