
Einer der Farbwege, die eigene Namen erhalten sollen, wird sich etwa über das Rathaus und das Stadtgartenamt bis nach Oberlaa ziehen. Dabei sollen sämtliche Beete, Verkehrsinseln und Blumenapeln auf dem Weg primär in einem Farbton - also deutlich ruhiger als bisher - bepflanzt werden. "Wir wollen ausprobieren, wie die Bevölkerung darauf reagiert", so Weisgram. Zur Information sollen Folder aufgelegt werden.
Die Nordachse wird in "Yellow Boy" und "Orange Boy" erblühen. Weisgram betrachtet die Blumenbeete als Visitenkarte, mit denen man Akzente setzen kann: So steht passend zum Jubiläumsjahr vor dem Stadtgartenamt Puppenfamilie Mozart am bepflanzten Flügel.
Seit einem halben Jahr arbeitet Weisgram an einem "Parkleitbild". Dazu gehören Elemente wie eine Hundezone und einen Trinkbrunnen in jedem der rund 1.000 Parks und Grünanlagen (Grünstreifen noch nicht mitgerechnet). Insgesamt sollen diese durchsichtiger werden, ohne große Strauchgruppen. Hier zeigt sich Weisgram, der seinen privaten Garten am Semmering hat, selbstbewusst: "Wir in Wien wollen Vorbild für Europa sein."
Multifunktionell nutzbare Anlagen
So sollen die Anlagen multifunktionell für alle Bevölkerungsgruppe nutzbar sein, für Sportbegeisterte wie Entspannungssuchende. Alle neuen und umgebauten Parks sollen außerdem geschlechtsspezifisch gestaltet werden: "Wir wollen das aktuelle Schlagwort 'Gendern' in den Parkanlagen ausleben, in jeder Beziehung", kündigte Weisgram an. Dies betreffe etwa das Aufstellen von Korbschaukeln, wo sich Mädchen plaudernd treffen könnten oder andere Sportanlagen als den klassischen Fußballkäfig. Ein Beispiel für die Umsetzung seines Leitbildes sei der Resselpark in Wieden, so Weisgram.
Bei den Planungen solle immer die Bevölkerung eingebunden werden. "Ich will, dass der Bürger das Gefühl bekommt, 'Ich gehöre dazu'", unterstrich der Chefgärtner. Anfang 2007 sollen deshalb erstmals Blumenbeete durch Schulklassen angelegt werden.

