Integrationsleistungsbilanz präsentiert
Stadträtin Mag. Sonja Wehsely und Vizebürgermeisterin Grete Laska sind stolz auf Integrationsleistungen der Stadt
„Gegen fremdenfeindliche Politik, für mehr Miteinander und eine Intensivierung der Grätzelarbeit und konkret überschaubare Integrationsprojekte, die alle Beteiligten miteinbeziehen.“ Das sind die Eckpunkte der Wiener Integrationsarbeit, die Vizebürgermeisterin Grete Laska und Integrationsstadträtin Mag. Sonja Wehsely präsentieren.
"So lange die soziale Frage nicht gelöst ist, wird es politische Gruppierungen geben, die sozial Schwachen Sündenböcke anbieten. Hier heißt es: Klar Farbe gegen fremdenfeindliche Politik bekennen und die soziale Situation in Österreich verbessern", fordert Wehsely.
Die Stadt Wien verbessere Stück für Stück die Wohnsituation aller WienerInnen. "Hier wird ganz konkret die soziale Situation verbessert." Ursprünglich abgewohnte Wohnviertel, etwa rund um den Brunnenmarkt oder auch das Karmeliterviertel, seien heute schöne und gefragte Wohngegenden. "Durch die Mittel der allgemeinen Wohnbeihilfe können auch BewohnerInnen von privaten Althäusern um Unterstützung ansuchen. Insgesamt wendet die Stadt Wien für Wohnbeihilfe und allgemeine Wohnbeihilfe 83,5 Millionen Euro auf. Unter den insgesamt 55.000 BezieherInnen sind auch viele MigrantInnen", so Wehsely.
Sprachliche Frühförderung im Kindergarten
Auch im Bereich Bildung werde Integration und damit die Verbesserung der Lebensbedingungen gelebt. Frühe Förderung und Unterstützung von Kindern mit Sprachdefiziten seien der Stadt Wien große Anliegen. "Es ist wichtig, Kinder von klein auf zu fördern, um ihnen später möglichst viele Optionen in der Ausbildung offen zu halten", betonte Vizebürgermeisterin Grete Laska. So wurden bereits im Schuljahr 1996/97 vorschulische Vorlaufgruppen eingerichtet. Das neue Modell des Bundes, das heuer erstmals erprobt wurde, erlaubte eine Erweiterung des erfolgreichen Wiener Modells.
Bei der Schuleinschreibung im Jänner 2006 wurden bei 2.509 Kindern Sprachdefizite festgestellt. Der Einladung zu einem freiwilligen Sprachförderkurs von März bis Juni, der insgesamt 120 Stunden umfasste, folgten rund 88,5 Prozent (2.221) der Kinder. 1.920 von ihnen besuchten bereits einen städtischen oder privaten Kindergarten und wurden integrativ in Kleingruppen in ihrem Kindergarten gefördert. Für jene 301 Kinder, die bis dato keinen Kindergarten besuchten, organisierten die Wiener Kindergärten an insgesamt 37 Standorten Förderkurse.
Die Auswertung der Ergebnisse zeige deutlich, dass die Kindergartenkinder schon zu Beginn bessere Kenntnisse hatten und die Kurse jener Kinder ohne Kindergartenbesuch durchschnittlich auf einem niedrigeren Niveau starteten. Letztere hätten beachtliche Lernzuwächse aufgewiesen, erreichten aber trotzdem nicht das Niveau der Kindergartenkinder. Die Entscheidung für die Trennung dieser beiden Gruppen habe sich daher auch im Nachhinein als richtig erwiesen.
"Die Resultate sprechen auf jeden Fall dafür, möglichst früh mit dem Kindergarten zu starten. Hier beginnt nicht nur die sprachliche Integration, sondern es findet auch ein kultureller Austausch statt, der Toleranz und Miteinander ebenso fördert wie die soziale Intelligenz", so Bildungstadträtin Laska. Heuer werde die Schuleinschreibung auf den 1. bis 15. Dezember in Wien vorverlegt. Die frühe Sprachförderung startet im Februar 2007.
Deutsch lernen ist die Voraussetzung für Verständnis
"Das Erlernen der deutschen Sprache ist die wichtigste Voraussetzung für gegenseitiges Verständnis", so Wehsely. Bereits seit Jahren profitierten rund 3.000 ZuwanderInnen jährlich von den Sprachkursen im Rahmen der Wiener Sprachoffensive. 2005 wurde das Kontingent an Kursplätzen verdoppelt. "Mit einer Reihe von neuen Kursangeboten können wir heuer über die Magistratsabteilung 17 (Integrations- und Diversitätsangelegenheiten) das erste Mal den Bedarf an Deutschkursen in Wien decken." 7,4 Millionen Euro investiere die Stadt Wien 2006 in die Integrationsarbeit der MA 17, ab 2007 würden rund 10 Millionen Euro vorgesehen. Ein Teil davon fließe in geförderte Deutschkurse.
Mama lernt Deutsch
Dieser Tage starten in 97 Wiener Pflichtschulen mehr als 120 "Mama lernt Deutsch"-Kurse für 2.200 Mütter. Ziele seien neben dem Spracherwerb emanzipatorische Überlegungen und die Vermittlung von Bildung als Wert an sich, erklärte die Frauen- und Integrationsstadträtin. Ein weiterer Schwerpunkt der Stadt seien Deutsch- und Orientierungskurse für Jugendliche: Unter dem Titel "StartWien" werde ein Bündel an Maßnahmen für neu nach Österreich kommende Jugendliche gefördert. Für Jugendliche über 15 Jahre werden in Kooperation mit dem Verband Wiener Volksbildung und dem Verein Interface Deutsch- und Orientierungskurse mit bis zu 600 Unterrichtsstunden angeboten. Diese jugendgerecht gestalteten Intensivkurse sind weit mehr als reine Deutschkurse: Sie bieten mit Exkursionen und Infoelementen rund 800 Jugendlichen einen Start in weiterführende Ausbildungen oder den Beruf. Insgesamt werden 2006 2.400 Jugendliche durch spezielle Kursmaßnahmen gefördert.