„Eine zweite Donauinsel für Wien“
Freizeit- und Sportmeile am westlichen Donauufer geplant
Die Stadt Wien – auch unter Beteiligung der Wien Holding – plant einen deutlichen Investmentschub am westlichen Donauufer das zu zwei Teilen bracht liegt. Im Zuge der Verlängerung der U2, aber auch der neuen Bahnverbindung zum Wiener Hafen soll das bislang nicht genutzte Gelände neu erschlossen werden. Konkrete Planungen seitens der MA 21 liegen bereits vor, gleichermaßen gibt es bereits Projekte, die kurz vor dem Abschluss stehen. Die Details.
Hochhaus-City am Wasser
Direkt am Ufer entsteht nahe der Donaustadtbrücke ein Komplex mit Büros und Wohnungen, dazu Einrichtungen der jüdischen Community (Schule/Hakoah). "Das Projekt ist fix. Es wird fünf Blöcke geben", erklärt der Stadtplaner Peter Klopf von der MA 21. Als sichtbarstes Zeichen wird ein Hochhaus etwa 80 Meter in den Himmel ragen. Auslöser des Baubooms ist die U2-Verlängerung vom Stadion über die Donau ab 2008, wobei eine U2-Station nahe des Pilotprojektes bei der Donaustadtbrücke errichtet wird. Für den Weg zur U1 (Reichsbrücke) soll vom Bürostandort eine eigene Schiffslinie geführt werden.
Grün-Oase
Das Gebiet zwischen Nussdorf und Praterbrücke wird für Radfahrer und Spaziergänger besser erreichbar sein. Stege, die an zentralen Stellen über Handelskai und S-Bahn-Gleise zum Ufer führen (vor allem im 20. Bezirk), sollen dafür sorgen. Nahe der Stege kann sich Klopf neue S-Bahn-Haltestellen vorstellen, um die Erreichbarkeit weiter zu verbessern. Eine Brücke soll im Bereich der Marina entstehen. Dort ist ein gläserner Pavillon geplant, der über dem Jachthafen schwebt.
Hintergrund der Anstrengungen
Auf dem Areal des Nordwest-Bahnhofs (20. Bezirk) entsteht ein neuer Stadtteil mit Wohnungen und 10.000 Arbeitsplätzen. Dazu kommen Projekte wie "Viertel Zwei" bei der Krieau, das 40.000 Arbeitsplätze und Wohnraum für 35.000 Wiener schafft. Für diese Menschen (und zahlreiche Schiff-Touristen) soll das westliche Donauufer als grüner Erholungsraum erschlossen werden.
Touristen-Schiffe
Jährlich laden Kreuzfahrt-Schiffe etwa 180.000 Touristen bei der Reichsbrücke ab. Die kämpfen mit einer schlechten Anbindung an die City und fehlenden Attraktionen am Ufer. Beides soll laut Klopf verbessert werden, damit Touristen länger in Wien bleiben und mehr Geld ausgeben. Am Ufer sollen sich Restaurants ansiedeln, gleichzeitig werden die Frachtschiffe nur mehr im Süden (unterhalb der Marina) anlegen, um Touristen einen angenehmeren Ausblick bieten zu können. Gleichzeitig wird eine Brücke über den Handelskai auf Höhe der Pensionsversicherungsanstalt überlegt, um Schiff-Touristen den Weg in die City zu erleichtern.
Während konkrete Schritte erst ab 2008 sichtbar sind, laufen die Vorarbeiten auf Hochtouren. Gemeinsam mit Studenten der englischen Elite-Universität Harvard entwickeln Stadtplaner bis zum Jänner 2007 Vorschläge, die in ein Leitbild für das gesamte Gebiet fließen. Sobald dieses Leitbild vom Gemeinderat beschlossen ist, ist der Weg frei - für, wie Klopf es bezeichnet, "eine kleine Donauinsel".