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Mozarts Rache, Reflecting Mozart im Mozarthaus Vienna
Reflexionen südmährischer Künstler zu Mozart
zurück | 14.11.2006
Bereits 180.000 Besucher konnte das Mozarthaus Vienna heuer begrüßen, bis Jahresende soll die 200.000er Schwelle überschritten sein. „Mit diesem Erfolg hätte niemand gerechnet“, so Museumsgeschäftsführer Dr. Gerhard Vitek und Wien Holding Geschäftsführer Peter Hanke, die treibenden Kräfte hinter dem Projekt, das als PPP-Modell gemeinsam mit der Raiffeisengruppe realisiert wurde.
© Mozarthaus Vienna / Jižní vítr

Mitverantwortlich für den Erfolg sind auch die regelmäßigen Sonderausstellungen, Kooperationen und Aktionen, welche das Mozart Haus initiiert hat, teilweise auch mit Interreg-Mitteln der EU. Ein Beispiel dafür ist „Mozarts Rache, Refecting Mozart“ das als Sonderschau bis zum 30. November im Veranstaltungscenter des Mozarthauses zu sehen ist.

Die NPO Jizní vítr aus Brünn (CZ, www.sweb.cz/jvitr) und Mozarthaus Vienna haben für das Ende des Mozartjahres 2006 eine Ausstellung der Arbeiten von jungen KünstlerInnen aus Brünn und Südmähren vorbereitet. Die Werke sind zum Großteil Ergebnis eines Wochendworkshops in Wien im Mai dieses Jahres. Das Hauptziel dieses Aufenthaltes war das Kennenlernen der Räumlichkeiten des neuen Mozarthauses in Wien und als Inspiration für das Schaffen der Kunstwerke mit einer Mozartthematik.

Die Mitglieder der tschechischen NPO haben sich am Anfang ihrer Arbeit im Jahre 2002 die Belebung der traditionellen kulturellen Verbindungen in der mitteleuropäischen Region auf der Ebene der jungen Kunst zum Ziel gesetzt. Im heutigen vereinten Europa ist die grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit, die an die historischen Verhältnisse erinnert und sie belebt, einer der Hauptmittel sowohl der Wiederentdeckung als auch der Umwertung der regionalen Identität ihrer Bewohner.

Die Ausstellung Mozarts Rache. Relfecting Mozart ist aus der Sicht der NPO ein bedeutender Schritt bei der Präsentation der jungen tschechischen Kunst im Ausland, da sie die erste Ausstellung ist, die die bisherige Orientierung der NPO ändert. Zwischen den Jahren 2002 – 2005 wurden in Brünn und in Budweis drei Ausstellungen realisiert, deren Teilnehmer fast ausschließlich junge österreichische Künstler aus Wien und Linz waren, nunmehr sind erstmals tschechische KünstlerInnen in Wien präsent.

Junge Kunst von jungen Künstlern
Die südmährischen Künstler, die auf der Wiener Ausstellung ihre Werke präsentieren, sind einerseits professionell wirkende, erfolgreiche Absolventen der Brünner Kunsthochschulen, andererseits Studenten, die allerdings schon jetzt als hoffnungsvoll von der Künstlerszene angesehen werden.

Die leitende Idee der Ausstellung ist die Rückkehr Mozarts nach 250 Jahren auf diese Welt. Er kehrt jedoch nicht zurück, um auf seine Konsumenten aus dem glänzenden Flittergold der beliebten Mozartkugeln anzulächeln, oder als Spielzeug-Variation die Schildkröten-Ninjas zu bekämpfen. Er kehrt vielmehr als ein ernster und schrecklicher Geist zurück, der seine sonst uneingestandenen Schatten- und Kehrseiten enthüllt. Es ist aber nicht immer so: In den Werken der mährischen Künstler zeigt er sich als ein sensibles, zeitloses musikalisches Genie, dessen Werk fast zum Synonym des Wortes Musik wird. Die Werke werden in zwei Räumlichkeiten des Mozarthauses präsentiert – im Veranstaltungsraum und im künftigen Learning Center des Hauses.

Den Videoarbeiten von Robert Morkovský liegen kurze Sequenzen zugrunde, die bei dem Wiener Workshop gedreht wurden. Mozart kehrt in ihnen in die Stadt zurück und die Leute erkennen ihn. Die Filme stellen sich in einem breiteren Rahmen die Frage, ob solche Genies wirklich zurückkehren, oder ob möglicherweise irgendwelche Mozarts bereits unerkannt unter uns sind.

Diese Projektionen werden von den großformatigen Bildern des Malers Libor Veselý ergänzt, der in ihrem Inhalt aus dem Thema der Maske von Mozart hervorgeht. Er legt jedoch einen größeren Akzent auf den Begriff der Maske und auf die schmerzliche Tatsache, dass Masken der Vollkommenheit und Genialität oft nur kurzfristig bleiben und abnehmbar sind.

Die Motive der Bilder des jungen Malers Martin Nytra verschiedene Assoziationen dar, die mit den Begriffen Mozart und Musik verbunden sind.

Petr Kunèík weist in seinen transformierten digitalen Fotografien auf die Unklarheiten hin, die mit dem tatsächlichen Aussehen von Mozarts Antlitz verbunden sind und benutzt dabei das beliebte Zuckerl.

Die erfolgreiche Szenographin Eva Jirikovská hat für die Wiener Ausstellung durchaus sensible großformatige Drucke vorbereitet, die aus der unklaren Grenze zwischen Partitur als Aufzeichnung und als individueller Zeichnung hervorgehen. Ihre Bilder ergänzen dieses Vorgehen und reflektieren allgemein die existenzielle Ebene von einigen Werken Mozarts.

Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiger Katalog (deutsch, tschechisch) mit farbigen Reproduktionen der Werke, den Sie zu einer Schutzgebühr von
€ 3 im Mozarthaus Vienna erhalten.

Dauer: 11. November - 30. November 2006
Domgasse 5 1010 Wien

Informationen: www.mozarthausvienna.at
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