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Donauhanse: Großes Potenzial liegt offen
Wiener Hafen investiert in die Zukunft
zurück | 12.12.2006
120 Bürgermeister waren zur "Donauhanse"-Konferenz in Wien. Im Selbstverständnis spielt die Donau in allen Anrainerstaaten eine Rolle. Und auch touristisch wird der große Strom in Deutschland, Österreich, der Slowakei, Ungarn, Serbien, Bulgarien und Rumänien genutzt.
Als Transportweg ist die Donau nicht voll genutzt. "Die momentane Auslastung der Donau liegt nur bei zehn Prozent", berichtet Alexandru Capatu, Repräsentant des rumänischen Donau- und Schwarzmeerhafens Constanta, der derzeit massiv ausgebaut wird. Für Österreich ist Constanta der sechstwichtigste Seehafen. An der Spitze liegen Rotterdam, Koper und Hamburg.

Größter Vorteil des rumänischen Hafens: Der Wasserweg von Österreich zum Beispiel nach Asien ist via Schwarzem Meer um fast 4500 Kilometer kürzer als über Rotterdam oder Hamburg.

Für Wien ist die Donau bereits jetzt vorwiegend ein "Ost-Strom". Nach Angaben von Mag. Walter Edinger, Direktor des Wiener Hafens, einer Tochter der Wien Holding, kommen oder gehen zwei Drittel des Umschlags Donau-abwärts. Im Vorjahr wurden allein im Wiener Hafen elf Millionen Tonnen umgeschlagen - das sind fast 3700 Schiffe. Oder 15 pro Arbeitstag.

Die Wirtschaft fordert einen massiven Ausbau der Donau. "Die Binnenschifffahrt ist der einzige Verkehrsträger, wo man schnell Güter weg von der Straße verlagern kann", sagt Friedrich Macher, neuer Präsident des Zentralverbandes Spedition und Logistik. Er spricht von einer Größenordnung von fünf bis sieben Prozent des Transportvolumens, das auf das Schiff verlagert werden könnte.

Donau ist ausbaufähig

"Wenn man nur ein bis zwei Prozent des Güteraufkommens vom Lkw auf die Schiene verlagern will, dann würde das System zusammenbrechen", so Macher. Die Politik hat bereits einen Nationalen Aktionsplan Donauschifffahrt beschlossen. Kernpunkt ist die Investition von rund 400 Millionen Euro in den Ausbau der Donau östlich von Wien. Das Hauptproblem: Die Fahrrinne ist nicht tief genug, um ganzjährig Schiffsverkehr zuzulassen.

Diese Investitionen sind den Spediteuren aber nicht genug. Sie sehen beim Gütertransport auch ein "Stau-Phänomen". Und zwar bei den Schleusen. Macher: "Im Sommer haben Personenschiffe Vorrang, und im Winter wird immer eine der zwei Schleusen, die es bei Kraftwerken gibt, überholt."

Ein entscheidender Punkt ist die Infrastruktur in den Häfen. Im Hafen Wien läuft derzeit ein Ausbauprogramm um 150 Millionen Euro. Schon im Vorjahr wurden Hafenmauern erneuert, heuer im Sommer wurde eine neue Halle und ein Kran für Schüttgut errichtet. Es folgen ein neuer Container-Terminal, bessere Straßen- und Schienen-Anbindung sowie ein neues Hafentor zum Hochwasserschutz.

Informationen: www.wienerhafen.at
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