Wiener Festwochen: Die ganze Welt in Wien
Internationalität als Motto
Vom 11. Mai bis 19. Juni 2007 ist Wien „die Bühne der Welt“. Ensembles aus 20 Ländern sorgen mit 41 Produktionen und 202 Vorstellungen, darunter 24 internationale Premieren, sieben Neuproduktionen, drei Uraufführungen und zwei Auftragswerke für Vielfalt in jeder Hinsicht. Generell sei das Programm, so Luc Bondy bei der Präsentation, dem Prinzip des "Homo ludens" verpflichtet, dem Entertainment, das durchaus Tiefe bei Stoff und theatralischer Auseinandersetzung erlaube.
Höhepunkte versprechen unter anderem in der Musikschiene die Aufführung von Janáceks "Aus einem Totenhaus" im Theater an der Wien, die erstmals nach dreißig Jahren wieder eine Zusammenarbeit von Patrice Chéreau und Pierre Boulez bringt, sowie "König Lear" am Burgtheater mit Gert Voss in der Titelrolle und Arbeiten von Peter Zadek, Frank Castorf, Lemi Ponifasio, und vielen anderen Theatermachern der deutschsprachigen und internationalen Szene. Nach dem Erfolg im Vorjahr wird die Reihe "Into the City" wieder für Wien-bezogene überraschende Konfrontationen mit dem Stadtleben sorgen, "forumfestwochen" begibt sich auf die Suche nach Antworten auf die Fragen des Lebens in der Verknüpfung von Fakten und Fiktionen.
Musikprogramm im Zeichen Janáceks
Im Zeichen von Leos Janácek steht das Musikprogramm der Festwochen. Neben der internationalen Koproduktion der Oper "Aus dem Totenhaus", ab 12. Mai im Theater an der Wien, steht ein Fest für den Komponisten in drei Teilen im Konzerthaus mit dem Klangforum Wien und ein Konzert von Janácek und Zeitgenossen mit dem Shapiro Ensemble im Schönberg Center auf dem Programm. Die Installation für Sänger und Schauspieler "This is not a Love Song" von Ulrich Rasche im Jugendstiltheater, ein Auftragswerk der Festwochen, komplettiert das Musikangebot, das Musikdirektor Stéphane Lissner der Idee eines "Labors der Moderne" verpflichtet sieht. Das Musikfest wird 2007 vom Konzerthaus ausgerichtet, das eine Fülle musikalischer Höhepunkte mit Schwerpunkten bei der Musik des 20. Jahrhunderts bietet.
Shakespeare als zentrale Achse des Schauspiels
Shakespeare versteht Schauspieldirektorin Marie Zimmermann als zentrale Achse ihres letzten Programms für die Wiener Festwochen vor der Übersiedlung zur Ruhr-Triennale. Um diese Achse gruppiere sich das Theater der Welt, in vielen Variationen die Geschichten des Lebens erzählend, die auch die Helden Shakespeares schon bewegt haben. Neben dem "Lear" im Burgtheater, Premiere am 30. Mai, "Was ihr wollt" in der Regie von Peter Zadek , einer internationalen Koproduktion, die ab 17. Juni im Akzent gezeigt wird, sind Lemi Ponifasios Performance nach Shakespeares "Sturm" (ab 15. Mai in der Halle G) und der "Zirkus der Geschichte", eine Shakespeare-Collage über die Mechanismen der Macht (ab 21. Mai in der Halle G) aus Belgrad Teil dieser Schiene. Weiterer Schwerpunkt: "Literaturtheater", so die Dramatisierung des Romans "Norden" von Louis-Ferdinand Céline in der Regie von Frank Castorf (ab 7. Juni in der Halle E) und "Gatz" nach Scott Fitzgeralds "Der große Gatsby", eine amerikanische Produktion in zwei Teilen, die ebenfalls in der Halle G läuft.
"Baustellen des Lebens"
"Baustellen des Lebens" in einer sich permanent verändernden Welt leuchtet "Into the City" aus, so im ORF-Kulturhaus mit der Reihe "Under construction" mit Musik, Performance, Film, Radiokunst, Theater und Vermittlung mit internationaler Beteiligung, darunter Blixa Bargeld und "Negativland" aus USA. In weiteren Schienen werden suburbane Zentren bei der "Mystery Tour" kurzfristig mit Spontankonzerten belebt und ein "Imaginary Balkan" am Donaukanal mit Zentrum Badeschiff eingerichtet: Balkanmusik gibt es, so der ironische Zugang zum Thema, ausschließlich von Musikern aus anderen Ländern.
Informationen:
www.festwochen.at