Wiener Hauptbahnhof wird Realität
Flächenwidmungs- und Bebauungsplan im Wiener Gemeinderat beschlossen
Das Projekt Hauptbahnhof Wien wird immer konkreter. Auf Basis des von den Architekten Theo Hotz und Ernst Hoffmann sowie Albert Wimmer erstellten Masterplans wurde der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan erarbeitet, der am Freitag dem Wiener Gemeinderat zur Beschlussfassung vorliegt. "Damit wird ein weiterer wichtiger Schritt zur Realisierung des für Wien so wichtigen Infrastrukturprojekts gesetzt", zeigten sich Wiens Planungsstadtrat Rudi Schicker und der Gesamtprojektleiter bei der ÖBB, DI Geor
Gemeinsam arbeite man mit Hochdruck daran, dass das Projekt auch weiterhin zügig umgesetzt werden könne. "Die Stadt Wien hat mit der Flächenwidmung die in ihrem Bereich liegenden rechtlichen Voraussetzungen für das Projekt im vorgesehenen Zeitrahmen geschaffen. Für Wien ist das Projekt sowohl hinsichtlich seiner verkehrspolitischen Dimension als auch für die Stadtentwicklung von besonderer Bedeutung", unterstrich Schicker.
"Es geht um die Verwirklichung eines der wichtigsten ÖBB- Projekte der Zukunft. Der Hauptbahnhof wird DIE Nah- und Fernverkehrsdrehscheibe Wiens sowie der umliegenden Region. Erstmals werden dann die Züge aus Norden, Süden, Osten und Westen in Wien an einem Bahnhof verbunden", ergänzte Gabler.
Die Flächenwidmung wurde im Vorfeld auch intensiv mit den BürgerInnen diskutiert. Über die "üblichen" Möglichkeiten zur Einsicht- und Stellungnahme in den Entwurf im Rahmen des Widmungsverfahrens hinausgehend, wurden Masterplan und Flächenwidmungsentwurf im Rahmen einer Ausstellung präsentiert, sodass alle Interessierten direkt vor Ort ihre Stellungnahme zur Flächenwidmung abgeben konnten.
Im Rahmen der Ausstellung haben sich rund 1.500 BesucherInnen über das Projekt informiert, mehr als 260 Personen ersuchten schriftlich um Detailinfos. Zur Flächenwidmung selbst wurden rund 70 Stellungnahmen eingebracht, die alle - ebenso wie die Stellungnahmen der Bezirke - von der zuständigen Magistratsabteilung MA 21 B geprüft wurden.
Namenswettbewerb ab 2007
Im Frühjahr 2007 soll auch der Namenswettbewerb für den Bahnhof stattfinden, an dem sich alle Wienerinnen und Wiener beteiligen und "ihren" Bahnhof taufen können.
2009 wird mit der Entfernung der alten Südbahnhofhalle sowie der Errichtung der Provisorien und - nach positivem Abschluss des UVP-Verfahrens - mit dem Baubeginn des Bahnhofsgebäudes begonnen.
2010 starten die Arbeiten zur Bahnhofcity, 2011 erfolgt die Umgestaltung des Gürtels auf Höhe Südtirolerplatz. Für 2012 ist die Teilinbetriebnahme des neuen Hauptbahnhofes, für 2013 die komplette Fertigstellung des Hauptbahnhofes vorgesehen. Die Gesamtinbetriebnahme aller neuen Bahnanlagen sowie Fertigstellung der Verlängerung der Linie D erfolgt 2015.
Eine Visitenkarte Österreichs
Mit dem neuen Hauptbahnhof entsteht eine Visitenkarte Österreichs, der Stadt Wien und der ÖBB - ein Projekt, das weit über den lokalen Bezug als Verbesserung der Schieneninfrastruktur hinausgehend von internationaler Dimension ist. Ein modernes und architektonisch ansprechendes Erscheinungsbild, neueste Technologie und ein attraktives, lebenswertes Umfeld machen den neuen Bahnhof zu einem Vorzeigeprojekt.
Der Hauptbahnhof wird neben dem Flughafen Wien zur wichtigsten Drehscheibe für den internationalen und nationalen Personenreiseverkehr. Aus zwei Endbahnhöfen wird ein zentraler Umsteigebahnhof, der einen Knotenpunkt im transeuropäischen Schienenverkehr darstellt (TEN-Knoten). Die Verbindung zwischen zwei wichtigen Streckenbereichen im internationalen Fernverkehr (West- und Südbahnstrecke) wird nicht mehr durch eine Straßenbahnlinie hergestellt, sondern erstmals können in Wien die Züge aus Norden, Süden, Osten und Westen an einem Bahnhof verknüpft werden. Der Hauptbahnhof wird DIE Nah- und Fernverkehrsdrehscheibe Wiens und der gesamten Region (CENTROPE). Die optimale Anbindung zum Flughafen Wien ist ebenso ein Standortvorteil von hohem Wert, wie die Nähe zur Wiener Innenstadt.