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Wien erhält „Kunstpassage Karlsplatz“
Startschuss für Wettbewerb zur Neugestaltung der Passage
zurück | 11.12.2007
Eine der in Österreich mit täglich mehr als 200.000 PassantInnen meistfrequentierten Durchgangspassagen - nämlich die Karlsplatz- und Opernpassage - bekommt in Zukunft ein neues Aussehen.

„Unser Ziel ist es, die Passage Karlsplatz schöner, sauberer und kundenfreundlicher zu machen. In einem ersten Schritt nützen wir die Passage im Bereich der Ladenstraße in Zukunft als Projektionsfläche für unsere vielfältige Wiener Kulturlandschaft, die sich nicht zuletzt im Einzugsbereich des Karlsplatzes manifestiert. Damit entsteht die sogenannte Kunstpassage Karlsplatz. In einem zweiten Schritt wird der gesamte Bereich der Karlsplatz- und Opernpassage unter Einbeziehung aller Beteiligten in den nächsten Jahren einer völligen Neugestaltung unterzogen. Damit wollen wir einen Mehrwert für die PassantInnen, für Wiens Gäste und für die Geschäftsleute schaffen und den Karlsplatz im Wiener Stadtbild und im Bewusstsein der WienerInnen völlig neu positionieren“, kündigte Bürgermeister Dr. Michael Häupl im Rahmen eines Mediengesprächs an.

Die Kunstpassage Karlsplatz im Detail

„Der Karlsplatz ist mit einer Frequenz von täglich mehr als 200.000 Personen der größte ‚Bahnhof’ Österreichs. Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, dass sich dort alle PassantInnen in einem freundlichen Ambiente sicher und wohl fühlen können. Mit dem Projekt ‚Kunstpassage Karlsplatz’ wird aus der Nahverkehrsdrehscheibe gleichzeitig eine Kunst- und Kulturdrehscheibe mitten in der Stadt“, erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner.

Bereits ab Ende dieser Woche präsentiert sich die Karlsplatzpassage den PassantInnen in einem anderen Gewand. Die Wiener Linien haben in Kooperation mit der Gewista in den vergangenen Monaten das Projekt „Kunstpassage Karlsplatz“ erarbeitet. Die Gewista stellt den Wiener Kulturinstitutionen die Flächen in der neuen Kunstpassage Karlsplatz zu besonders günstigen Konditionen zur Verfügung.

„Damit können die Wiener Kultureinrichtungen ein ganz wichtiges Signal für die Kulturstadt Wien setzen – nicht zuletzt auch im Zuge der UEFA EURO 2008. Zugleich haben die PassantInnen den Nutzen, dass sie sich ‚im Vorübergehen’ bestens über das reichhaltige Kulturangebot Wiens informieren können“, so Brauner. Die Gewista habe für die Kunstpassage einen technischen und ästhetischen Rahmen entwickelt, der das Ambiente für die einzelnen Plakat- und City-Light-Sujets bildet, wobei die Einsatzmöglichkeiten sehr flexibel sind.

Die Kultureinrichtungen

An der ersten Gestaltungswelle beteiligen sich unter anderen die Wien Holding mit den Vereinigten Bühnen. Dazu gehören das Theater an der Wien, das Raimund Theater und das Ronacher Theater. Mit dabei sind auch die Albertina und das Konzerthaus. Weitere Einrichtungen haben ihr Interesse bekundet. Die neue Kunstpassage Karlsplatz wird somit den Charakter einer ästhetischen Flaniermeile mit durchgehendem Corporate Design bekommen. DI Roland Geyer, Intendant des Theaters an der Wien, zum Projekt: „Ich war von Beginn an über die Idee und Funktion des Kulturpassagenprojekts begeistert und freue mich sehr, dass unser Opernhaus mit attraktiven Sujets dazu beitragen kann.“

Für die Gewista ist das Projekt Kunstpassage Karlsplatz das Referenzprojekt für die Gestaltung weiterer öffentlicher Räume in Wien, wobei die künftigen Kulturmeilen jeweils in der Nähe von kulturellen Institutionen angesiedelt sein sollen.

Einbeziehung aller Beteiligten – Maßnahmen für mehr Sauberkeit

Zugleich stellen die Wiener Linien sicher, dass die Kunstpassage intensiver gereinigt und in einem sauberen Zustand gehalten wird. Eine zusätzliche Reinigungsmaschine wird durchgehend im Einsatz sein. „Sauberkeit und Sicherheit sind ganz wesentlich. Um die Rahmenbedingungen für die Neugestaltung am Karlsplatz zu verbessern, investieren die Wiener Linien deshalb die Einnahmen aus den Plakat- und City-Light-Sujets der Kunstpassage in Maßnahmen für mehr Sauberkeit im Bereich der Passage“, so Brauner. Selbstverständlich stehe für alle Fragen und Probleme auch weiterhin das vor Ort tätige Help-U-Team als Ansprechpartner zur Verfügung.

„Natürlich werden wir auch die LokalbetreiberInnen in der Passage umfassend informieren und sie zusätzlich um Ihre Unterstützung ersuchen, insbesondere wenn es darum geht, künftig auf den Verkauf von Alkohol zu verzichten“, betonte Brauner.

Wettbewerb für Neugestaltung der Opern- und Karlsplatzpassage

Der nächste Schritt ist die Neugestaltung der Opern- und Karlsplatzpassage. „Der Karlsplatz wurde letztes Jahr runderneuert. Nächstes Jahr wird gleich nach der Fußballeuropameisterschaft die Kärntner Straße mit Stephansplatz und Graben umgestaltet. Die Karlsplatz- und Opernpassage verbindet beide Stadträume und soll ebenso in neuem Glanz erstrahlen“, unterstrich Planungsstadtrat Rudi Schicker. „Deshalb wird zu Jahresbeginn 2008 ein EU-weiter, offener Wettbewerb vorbereitet. Wird ein straffer Zeitplan eingehalten, dann kann bereits Mitte 2009 mit der Umgestaltung der Passage begonnen werden“, so Schicker. In das begleitende Verfahren werden alle ExpertInnen –darunter auch das Help-U-Team und die Polizei – eingebunden.

‚missing-link’ zwischen neuem Karlsplatz und neuer Kärntner Straße

Die unterirdische Verbindung zwischen Kärntner Straße und Karlsplatz ist in die Jahre gekommen. Das Aussehen der Passage passt nicht mehr zum Kunstplatz Karlsplatz, der in einem breit angelegten Planungsprojekt ein modernes, nahezu neues Gesicht erhalten hat: der Resselpark wurde umgestaltet, neue Sichtachsen wurden geschaffen, und der Kunstplatz Karlsplatz erhielt als Summe aller umliegenden Kunst- und Kultureinrichtungen ein neues Kunstleitsystem.

Auch am anderen Ende der Unterführung tut sich einiges: der EU-weite, offene Wettbewerb für die Neugestaltung der Kärntner Straße ist abgeschlossen. Gleich nach der UEFA EURO 2008 wird mit den Arbeiten begonnen.

Zeitplan zur Neugestaltung der Passage

Ein wichtiger Schritt zur Attraktivierung der Passage wurde bereits gesetzt: die Erweiterung und künstlerische Umgestaltung der Westpassage, die in unmittelbarer Nähe der Secession einen neuen Abgang mit Lift erhielt. Damit steht den FußgängerInnen ein attraktiver Weg in Richtung Naschmarkt zur Verfügung. Auch der Aufgang zum Künstlerhaus wurde entsprechend adaptiert.

Natürlich wurde an der Oberfläche mit neuen Radwegen, komfortabel geplanten Haltstellenbereichen und Fußwegen die Verbindung zwischen Innerer Stadt und der Wieden deutlich verbessert. Die Passage zwischen Kunstplatz Karlsplatz und Oper ist dennoch eine wichtige, direkte Verbindung zwischen beiden Bezirken, die saniert werden muss.

Die Vorbereitungen zum Start des Projektes sind angelaufen, um die Rahmenbedingungen für den Wettbewerb und die Planungen zu fixieren. Der Zeitplan ist straff angelegt und sieht folgende Etappen vor:
 

  • Start eines EU-weiten offenen Wettbewerbes zu Jahresbeginn 2008
  • Wettbewerbsergebnis bis Sommer 2008
  • Start der Planungen ab Sommer 2008
  • Abschluss der Detailplanungen bis Sommer 2009
  • Start der Umbauarbeiten ab Sommer 2009
  • Fertigstellung abhängig vom Projektverlauf
Die Passage Karlsplatz – Daten und Fakten

Die Passage zwischen Kärntner Straße und Oper wird vielfältig und intensiv genutzt. Unterhalb befindet sich mit täglich 200.000 PassantInnen der größte Nahverkehrsbahnhof Österreichs, wo die drei U-Bahn-Linien U1, U2 und U4 zusammen treffen. Darüber hinaus befinden sich Haltestellen der Straßenbahnlinien 1, 2, D, J, 62, 65 sowie der Buslinie 59A und der Badner Bahn am Ring direkt an der Station Karlsplatz. Im nahen Umfeld ziehen die TU Wien, die Kultureinrichtungen beim Karlsplatz, die Staatsoper, der Musikverein und die Kärntner Straße tagtäglich eine Vielzahl von Menschen an. Die Passage beherbergt neben einigen Geschäften und Lokalen auch eine Polizeistation, eine Vorverkaufsstelle der Wiener Linien, das Help-U-Team und eine Streetworker-Station.
 
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