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"Moderne im Exil" und "100 Jahre Hakoah"
Zwei neue Ausstellungen im Jüdischen Museum Wien, einem Konzernunternehmen der Wien Holding
zurück | 03.06.2008
Die Schau unter dem Titel "Moderne auf der Flucht. Österreichische KünstlerInnen in Frankreich 1938-1945" beschäftigt sich mit österreichischen, meist jüdischen KünstlerInnen der Moderne im französischen Exil. Gleichzeitig widmet sich die Ausstellung "100 Jahre Hoppauf Hakoah" dem jüdischen Sportverein an Hand von Fotos, Dokumenten und Objekten.
"Moderne auf der Flucht"
Frankreich wurde bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts von vielen österreichischen KünstlerInnen als Quelle der Inspiration gesehen. Nach dem "Anschluss" an Nazi-Deutschland wählten etliche von ihnen dieses Land als Exil. Unter anderem emigrierten die Fotografin Trude Fleischmann oder der Maler Maxim Kopf nach Paris. Aber auch die Okkupation Frankreichs durch die Hitler-Schergen überlebten Künstler wie Waler Bondy und Robert Kohl nicht. Viele konnten untertauchen oder flüchteten in andere Staaten. Die Ausstellung zeichnet den künstlerischen Weg wichtiger KünstlerInnen nach und präsentiert einen repräsentativen Querschnitt hinsichtlich Genre und Schicksal. Diese Ausstellung ist, in dieser umfassenden Form, die erste ihrer Art.

"100 Jahre Hakoah"
Der Verein "Hakoah" (hebräisch: Kraft) wurde 1909 gegründet und umfasste zahlreiche Sportarten wie Fußball, Schwimmen, Tennis, Ringen und etliche mehr. Zahlreiche österreichische SpitzensportlerInnen gingen aus dem jüdischen Sportverein hervor. Der Ruf zum anspornen lautete "Hoppauf Hakoah". Mit der Machtübernahme der Nazis wurde der Verein aufgelöst, das Vermögen beschlagnahmt und etliche Mitglieder wurden Opfer der Schoa. Nach dem Krieg war der Verein einer der ersten, der sich wieder neu konstituierte. Obwohl nicht mehr so viele Mitglieder wie in der Zwischenkriegszeit, bringt die "Hakoah" bis heute Spitzensportler hervor. In der Ausstellung werden die Zeiten der Erfolge wiedererweckt, etwa an Hand von hunderten Fußballfotos. Auch Klubausweise und Publikationen, Pokale, Wimpeln und Plaketten dokumentieren die wechselvolle Geschichte des Vereins.
 
Der Kulturpass - Kulturgenuss für finanziell schlechter gestellte
Derzeit gibt es 15.000 Wiener KulturpassbesitzerInnen. Gegen Vorweis ihres Kulturpasses zahlen diese in den Partnerinstitutionen keinen Eintritt. Das Eintrittsgeld wird durch Spenden von einerseits anderen Besuchern oder anderseits Sponsoren der Institutionen finanziert. Die Kulturpässe werden über das Netzwerk der Armutskonferenz von 110 sozialen und karitativen Stellen, dem AMS und den Sozialzentren der Stadt Wien ausgegeben.
 
Die Initiative Hunger auf Kunst und Kultur hat sich auch bereits auf die Bundesländer Salzburg, Steiermark, Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg ausgeweitet. Dort wird länderspezifisch nach dem Wiener Vorbild gearbeitet.
 
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