Mehr Dialyseplätze in Wien
Spatenstich für 72 Dialyseplätze auf Areal des Donauspitals mit Stadträtin Mag. Sonja Wehsely
Bis zum Herbst 2009 werden in einem Zentrum auf dem Gelände des Donauspitals in der Donaustädter Langobardenstraße 72 neue Dialyseplätze geschaffen, die 430 PatientInnen zur Verfügung stehen werden.
Neue Maßstäbe setzt das Konzept für Errichtung und Betrieb, im Rahmen dessen der Wiener Krankenanstaltenverbund, die Barmherzigen Brüder und die Wiener Gebietskrankenkasse intensiv zusammen arbeiten. "Der Bedarf an Dialyseplätzen in Wien wächst stetig. Es freut mich daher ganz besonders, wenn es uns wie beim neuen Dialysezentrum gelingt, über alle Träger hinweg zu gescheiten Lösungen zu kommen, die unsere Wiener PatientInnen in den Vordergrund stellen. Genau das wird vollkommen zu Recht von der Gesundheitspolitik gefordert - und genau das haben wir hier geschafft", erklärte die Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Sonja Wehsely beim Spatenstich.
KAV und WGKK im Gleichschritt mit den Barmherzigen Brüdern
Franz Bittner, Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse, unterstrich, dass das neue Zentrum deshalb so schnell geplant und umgesetzt werden konnte, weil die drei Kooperationspartner bereit waren, "das Schrebergartendenken zu überwinden und sektorenübergreifend zu handeln".
Bittner weiter: "Mit der gemeinsamen 'Dialyse GmbH' haben wir eine gemeinnützige Einrichtung geschaffen, die keine Gewinne erwirtschaften muss. Damit können die Kosten für das Gesundheitswesen niedrig und das Versorgungsniveau hoch gehalten werden. Das neue Dialysezentrum ist ein gutes Beispiel für eine Gesundheitspolitik, die vorausschauend agiert und zeitgerecht kreative Lösungen für die Bedürfnisse der Zukunft findet."
Flächendeckende Dialysestationen für Wien
"Die ausgezeichnete Zusammenarbeit der drei Kooperationspartner bündelt ein sehr großes Maß an medizinischer, pflegerischer und betriebswirtschaftlicher Kompetenz, welche den Dialyse-PatientInnen zu Gute kommen wird und eine langfristig qualitativ hochwertige Betreuung sichert", so Pater Prior Ulrich Fischer OH von den Barmherzigen Brüdern. "Intensive Kooperation von Wiener Krankenanstaltenverbund, Wiener Gebietskrankenkasse und Barmherzigen Brüdern lohnt sich. Das hat sich bereits beim ersten derartigen Projekt, der neuen Dialysestation im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in der Großen Mohrengasse gezeigt. Das neue Dialysezentrum ist der bisher größte Schritt auf diesem gemeinsamen Weg", konstatierte KAV-Generaldirektor Dr. Wilhelm Marhold.
16 Millionen Euro Investition
Die Errichtungs- und Einrichtungskosten für das neue Zentrum betragen rund 16 Millionen Euro. Der Wiener Krankenanstaltenverbund trägt 70 Prozent der Investitionen, die Wiener Gebietskrankenkasse 30 Prozent. Beim Betrieb kommt es zur Umkehr dieses Finanzierungsschlüssels: Hier übernimmt die Wiener Gebietskrankenkasse 70 Prozent und der KAV 30 Prozent. Auch die Organisation der Betriebsgesellschaft erfolgt kooperativ. Als Geschäftsführer fungiert Günter Pacher von den Barmherzigen Brüdern.
Dialysebedarf steigt
Der Bedarf an Dialyseangeboten steigt ständig. Aktuell gibt es in Wien über 800 DialysepatientInnen. Im Jahr 2005 alleine stieg die Zahl der PatientInnen um zwölf Prozent. Die Gründe dafür liegen in der demographischen Entwicklung und dem damit verbundenen Anstieg von Diabetes. "Nierenversagen" begründet sich bei einem Drittel der DialysepatientInnen in ihrer Grunderkrankung Diabetes Typ 2. Häufige Ursachen sind auch Bluthochdruck und Infektionen, die Schädigungen der Niere verursachen.