Wien ehrt einen Großen des Fußballs
Gedenktafel für Austria-Star Sindelar
Wiens Bürgermeister Dr. Michael Häupl und Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny enthüllten feierlich am 19. Juni eine Gedenktafel (1., Annagasse 3a) für Matthias Sindelar, den 1939 verstorbenen Fußball-Star der Wiener Austria. Häupl bezeichnete Sindelar in seiner Rede als größten österreichischen Fußballer, der je gelebt habe.
Ewige Erinnerung an Sindelar
Die Gedenktafel an seinem Sterbehaus solle dazu beitragen, ihn nie zu vergessen. Der Wiener Bürgermeister erinnerte auch an Sindelars Wirken im "Wunderteam". Mailath-Pokorny freute sich, einem großen Austrianer ein Denkmal setzen zu können. Es gebe eben auch Fußballer, die Geschichte geschrieben hätten und das müsse man würdigen, hielt der Kulturstadtrat fest.
Das Leben einer Legende
Sindelar wurde am 10. Februar 1903 in Kozlau (heute Kozlov, Tschechien) geboren. Nach der Übersiedelung der Familie nach Wien und dem Tod seines Vaters im Ersten Weltkrieg, wuchs Sindelar in ärmlichen Verhältnissen in Favoriten auf. Sein fußballerisches Talent wurde bald entdeckt und er kam von den "Wiener Amateuren" zur Austria. Nach einer Miniskusoperation kreierte er eine sehr persönliche, "körperlose" Spielweise und erhielt den Spitznamen "der Papierene". Am Erfolg des Wunderteams hatte der Ausnahmespieler erheblichen Anteil. Zwischen 1931 und 1934 erzielte er für die Österreichische Nationalmannschaft 27 Tore. Am 23. Jänner 1939 starb Matthias Sindelar unter ungeklärten Umständen bei einem Gasgebrechen in seiner Wohnung.