Dank des effizienten Einsatzes der Wohnbauförderungsmittel konnte die Neubaurate im vergangenen Jahr 2007 von rund 5.700 deutlich auf knapp 6.800 geförderte Wohneinheiten gesteigert werden. "Der Wiener Wohnbau war und ist ein ganz wichtiges Rückgrat für die ausgezeichnete Lebensqualität der Stadt Wien. Die Wiener Wohnbauförderung ist dabei das zentrale Instrument zur Schaffung und Sicherung qualitativen, aber dennoch leistbaren Wohnraums", betonte Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig im Rahmen der
Im Rückblick kann man 2007 als das Jahr der Weichenstellungen bezeichnen. Mit der Erhöhung der Neubauleistung, der Umsetzung der Neubauverordnung und der Vorbereitung der Techniknovelle wurde die Basis für einen leistbaren, bedarfsgerechten und ökologischen Wohnbau der Zukunft gelegt.
Förderungen für eine bessere Wohnqualität
Die Ausgaben der Stadt Wien für den Bereich Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung betrugen 2007 insgesamt rund 761 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung von 25 Millionen Euro oder plus 3,5 Prozent gegenüber dem Ergebnis des Rechnungsabschlusses 2006. Der Löwenanteil entfiel mit einer Gesamtsumme von 578 Mio. Euro auf die MA 50 - Wohnbauförderung und Schlichtungsstelle für wohnrechtliche Angelegenheiten. Rund 291 Millionen Euro verteilten sich dabei auf den geförderten Neubau, rund 173 Millionen Euro auf die Sanierung bestehender Wohnbauten und weitere 114 Millionen Euro investierte die Stadt in die Subjektförderung, also die direkte Unterstützung sozial Schwächerer. Kräftig erhöht wurden 2007 auch die Ökoförderungen, die Summe stieg um rund 3 Millionen Euro auf insgesamt 11,5 Millionen Euro. "Das prominenteste Beispiel ist, wenn man so will, die zusätzliche Förderung für ökologisch anspruchsvolle Bauten, wie etwa Passivhäuser, wie wir sie im Rahmen der Neubauverordnung geschaffen haben", so der Stadtrat.
Auch die Individualförderung - sie setzt sich aus Wohnbeihilfe, Superförderung, Jungfamilienförderung usw. zusammen - verzeichnete 2007 einen deutlichen Anstieg. Im Jahr 2006 investierte die Stadt Wien rund 109 Millionen Euro in die direkte Unterstützung einkommensschwacher Wienerinnen und Wiener, im Jahr 2007 betrug die Summe rund 114 Millionen Euro. Der Anteil der Wohnbeihilfe stieg dabei von 86,1 Mio. Euro auf rund 90 Mio. Euro, damit wurden 49.747 BezieherInnen unterstützt.
Vor dem Hintergrund aktueller Prognosen, die für Wien einen Anstieg der Bevölkerungszahl - bedingt durch die längere Lebenserwartung, aber auch durch Zuzug, Erhöhung der Geburtenrate und die Zunahme an Single-Haushalten - voraus sagen, stellte das Wiener Wohnbauressort unter Stadtrat Ludwig im vergangenen Jahr 2007 die notwendigen Weichen. Die gesetzten Maßnahmen - von der Erhöhung der Neubauleistung über die Neubauverordnung - geben nicht nur adäquate Antworten auf den erhöhten Wohnungsbedarf, sondern leisten darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag zum Abfedern der gestiegenen Bau- und Energiekosten und damit zur Sicherung erschwinglicher Wohnräume für die Wienerinnen und Wiener. Neben der Quantität steht auch die Qualität im Zentrum der Wiener Wohnbaupolitik. Das Stichwort lautet "bedarfsgerecht" - neben dem Abschluss des Bauträgerwettbewerbs zur Errichtung der größten Passivhaussieldung Europas, lag 2007 ein besonderer Fokus auf der Planung und Schaffung bedarfsgerechter Wohnformen für die ältere Generation.
Sanierungsoffensive steigert Wohnqualität
Auch in der Stadterneuerung setzte Ludwig mit der Sanierungsoffensive Westgürtel einen klaren Schwerpunkt. Alleine 2007 befanden sich im Bereich des Westgürtels und Teilen des 14. Bezirks rund 426 Klein- und Großprojekte in Vorbereitung oder bereits in Bau. Die Stadt Wien investiert in diese Vorhaben rund 311 Millionen Euro.
"Mit den Projekten "VIEW - Vision Entwicklung Westgürtel" und der Formierung der Arbeitsgruppe Gebietsbetreuungen zur Aufwertung des Wientals, die ich heuer vorstellen konnte, gehen wir diesen erfolgreichen Weg weiter", informierte Ludwig. Dabei wird von der Stadt Wien ein ganz besonderer Zugang gewählt. Während in vielen anderen Großstädten alte Bausubstanz geschliffen wird, setzt Wien alles daran, die schöne Altbausubstanz in Wien zu erhalten. Dank der sanften Stadterneuerung können die Mieterinnen und Mieter weiter in ihren Wohnungen leben und sich die Miete - aufgrund der strengen Regelungen die an die Unterstützung durch die Wohnbauförderung gekoppelt sind - auch nach der Revitalisierung leisten. Im Durchschnitt bleiben so über 72 Prozent der MieterInnen in ihren Wohnungen.
Gebietsbetreuungen und Mieterbeiräte für mehr Wohnzufriedenheit
Parallel zur Definition von Sanierungszielgebieten erfolgte unter Stadtrat Dr. Ludwig zu Beginn des Jahres 2007 eine personelle und finanzielle Stärkung der Wiener Gebietsbetreuungen. Basierend auf einer Analyse erfuhren die Wiener Gebietsbetreuungen eine räumliche Neuanpassung der Betreuungsgebiete. Um diesen Anforderungen noch besser nachkommen zu können, wurde auch das Budget aufgestockt - es beträgt derzeit für alle Wiener Gebietsbetreuungen rund 7 Mio. Euro pro Jahr. Gleichzeitig wurde die Anzahl der MitarbeiterInnen um ein Viertel erhöht, damit sind rund 180 GebietsbetreuerInnen für die Anliegen der BewohnerInnen da. Zusätzlich präsentierte Stadtrat Ludwig mit Anfang März 2007 einen speziellen interkulturellen MediatorInnenpool, deren ExpertInnen Begleitung und Unterstützung bei Konflikten mit kulturellem Hintergrund - sei es zwischen Jung und Alt oder alteingesessenen BewohnerInnen und Neuzuziehenden - bieten und sich gemeinsam mit den MieterInnen um eine rasche Lösung bemühen.
Auch die Initiative zur Stärkung der Wiener Mitvertretungen bildete 2007 einen besonderen Schwerpunkt. Bereits im Frühjahr 2007 rief Stadtrat Ludwig die Initiative zur Stärkung und Unterstützung der Wiener MietervertreterInnen in den Städtischen Wohnhausanlagen ins Leben. Zu den bereits umgesetzten Maßnahmen zählen beispielsweise ein kostenloses Kursangebot für Mieterbeiräte sowie eine Informationsmappe, die bereits im Mai an die Wiener MietervertreterInnen verteilt wurde. Ergänzend dazu finden seit Spätherbst 2007 regelmäßige Arbeits- und Strategiesitzungen statt, zu denen alle neun Kundendienstzentren der Hausverwaltung WIENER WOHNEN die MietervertreterInnen einladen. Seit Mai 2008 ist auch die neue Homepage
www.mieterbeirat.at online.