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Chi vive amante
Mozarthaus Vienna verlängert Ausstellung mit wertvollem Haydn-Autograph bis 4. Oktober 2009
zurück | 27.04.2009
Seit 23. Jänner wird in Zusammenarbeit mit der Wienbibliothek im Rathaus die Ausstellung „Chi vive amante... Ich weiß, dass derjenige, der als Liebhaber lebt, verrückt ist“ im 2. Stock des Mozarthauses Vienna gezeigt. Die Präsentation, die anlässlich Joseph Haydns 200. Todestages zu sehen ist, wird nun aufgrund des großen Publikumsinteresses bis 4. Oktober verlängert. Der Besuch dieser Sonderausstellung ist mit dem regulären Ticket für das Mozarthaus Vienna möglich!
Zentrales Exponat der Ausstellung ist die autographe Partitur-Reinschrift der Arie „Chi vive amante“, die Joseph Haydn für die Aufführung der Oper „Alessandro nell’Indie“ von Francesco Bianchi als Einlage für die Aufführung auf Schloss Esterháza 1787 komponiert hat. Die autographe Partitur dieser Arie, die im gleichen Jahr wie Mozarts „Don Giovanni“ entstand, steht im Mittelpunkt der Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Wienbibliothek im Rathaus präsentiert wird. Begleitet wird das Notenautograph von Verzeichnissen und Libretti, die den historischen Kontext zu anderen Opern dieser Zeit verdeutlichen. Das der Oper zu Grunde liegende Libretto des damaligen Wiener Hofdichters Pietro Metastasio wurde außer von Bianchi auch von vielen anderen Komponisten vertont. Stellvertretend dafür werden drei gedruckte Libretti dieses Stoffs ausgestellt, die sich auf die Vertonungen von Baldassare Galuppi (1752), Leonardo Vinci (1783) und einer Komponistengemeinschaft (1773) beziehen.
 
Historischer Kontext im Blickpunkt
Angesprochen wird auch der historische Kontext der Haydn-Arie. Präsentiert werden Opern von anderen Meistern, die sämtlich in einem engen Zeitraum rund um besagtes Fragment in Wien entstanden sind. Hier ist natürlich an erster Stelle Mozarts „Don Giovanni“ zu nennen, der durch ein Faksimile der eigenhändigen Partitur vertreten sein wird. Von Antonio Salieri, der zur genannten Zeit gerade von Paris nach Wien zurückkehrte, wird eine zeitgenössische Partitur-Abschrift von „Axur, re d’Ormus“ („Axur, König von Ormus“) ausgestellt; diese Oper ist eine Adaption der französischen Urfassung unter dem Titel „Tarare“ für die Wiener Hofbühne. Es handelt sich um die vielleicht bedeutendste Opernkomposition Salieris. Vicente Martín y Soler, bekannt durch das Zitat aus „Una cosa rara“ in Mozarts „Don Giovanni“, brachte 1787 seine Oper „L’arbore di Diana“ heraus. Zu sehen sein werden Druckausgaben des Klavierauszugs der Ouvertüre und einer Serie von zwölf Deutschen Tänzen aus diesem Werk.
 
Ein weiterer Aspekt ist die Rezeption der im Zentrum dieser Ausstellung stehenden Arie. Sie wurde bisher drei Mal in wissenschaftlich-kritischen Editionen herausgegeben – erstmals 1937 vom damaligen Musikreferenten der Städtischen Sammlungen (der Vorgänger-Institution der heutigen Wienbibliothek im Rathaus), dann 1961 vom berühmten Haydn-Forscher H. C. Robbins Landon und schließlich 2000 von Robert von Zahn im Rahmen der Haydn-Gesamtausgabe. Alle drei Editionen werden in der Ausstellung vertreten sein und den über die Jahre angesammelten Wissenszuwachs betreffend dieses Musikstück dokumentieren. Sämtliche Exponate stammen aus dem Bestand der Wienbibliothek im Rathaus. Ergänzende Texte erläutern den Ausstellungsbesuchern die wissenswerten Zusammenhänge.
 
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