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Chopin in Wien
Sonderausstellung im Haus der Musik vom 4. März bis 30. April 2010
zurück | 04.02.2010
In Frédéric Chopins Leben spielten drei Städte eine herausragende Rolle: Warschau, Paris und Wien. In Warschau wurde er erzogen und erhielt seine künstlerische Ausbildung, in Paris hat sich sein Talent weiterentwickelt und hier hatte er auch seinen Wohnsitz, in dem er bis zu seinem Tode lebte. Und schließlich Wien, wo er etwa neun Monate verbrachte. Anlässlich seines 200. Geburtstages präsentiert das Haus der Musik, ein Kulturbetrieb der Wien Holding, eine Sonderausstellung.
 
In der Stadt an der Donau hat man sein Talent als Komponist und Pianist schnell entdeckt und den Verlauf seiner weiteren Karriere entscheidend geprägt. Das Ziel seiner Eltern und seines Lehrers Prof. Josef Elsner, die ihn im Jahre 1829 für zwei Wochen nach Wien schickten um seine ersten künstlerischen Erfahrungen zu erweitern, wurde somit erreicht.
 
Von Warschau, über Breslau, Dresden und Prag kam Chopin voller Optimismus und Hoffnung im November 1830 ein zweites Mal nach Wien. Bereits kurz nach seiner Ankunft kam es aber zu einem Ereignis, das die Zukunft des jungen Komponisten stark beeinflusste. Im November 1830 entflammte in Warschau ein Aufstand, dessen Ziel die Befreiung vom russischen Joch war. In Zusammenhang mit der Politik der österreichischen Regierung, die die patriotischen Aktivitäten der polnischen Aufständischen nicht unterstützte und sich auf der Seite der russischen Regierung positionierte, hat man zu dieser Zeit alle in Wien geplanten polnischen kulturellen Aktivitäten zumeist abgesagt oder zumindest zensuriert. Während seines achtmonatigen Aufenthaltes ist Chopin deshalb nur ein einziges Mal in Wien aufgetreten.
 
Nichts konnte die traurige und apathische Stimmung Chopins verändern und so dachte der Komponist nur daran, die Stadt Wien schnellstmöglich zu verlassen. Ohne Bedauern, voller Enttäuschungen und Sorge um seine Familie in Warschau, wo der Aufstand niedergeschlagen war, verließ er am 20. Juli 1831 Wien, um über München und Stuttgart nach Paris zu reisen.
 
Rückblickend war die Wiener Periode Chopins trotz der vielen Enttäuschungen, die er erlitten hat, erfolgreich. Er konnte sich nicht nur als Pianist und Komponist einem größeren Publikumskreis vorstellen, sondern erlangte auch eine Reife, die es ihm ermöglichte sich später in ganz Europa zu präsentieren. (Text Piotr Szalsza)
 
 
Die Ausstellung „Chopin in Wien"
 
Die Ausstellung im Haus der Musik ist als Erzählung konzipiert, die auf der Chronologie der Ereignisse und des Geschehens seiner Wiener Jahre basiert.
Als Grundlage dient hier vor allem die  umfangreiche, vielfältige Korrespondenz des Komponisten.
 
Über 60 Exponate stammen aus den Sammlungen des Nationalen Chopin Institutes in Warschau, des Bildarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek, des Österreichischen Theatermuseums und des Wien Museums.
 
 
HAUS DER MUSIK Betriebsges.m.b.H.
Seilerstätte 30
1010 Wien
 
Dauer: 4. März bis 30. April 2010
 
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