Als erstes Schiff an der neuen Schiffstation angedockt hat jener Twin City Liner, der die Ehrengäste aus Bratislava nach Wien zur Eröffnung schipperte. Mit dabei im Wiener Empfangskommitee waren auch Komm.-Rat Peter Hanke, Geschäftsführer der Wien Holding und Dr. Ronald Schrems, Geschäftsführer der Wiener Donauraum, die als Tochterunternehmen der Wien Holding die Schiffstation errichtet hat.
Die neue Schiffstation zwischen Marienbrücke und Schwedenbrücke ist ab sofort der „Stadthafen“ für die Ausflugsschiffe der DDSG Blue Danube und der Twin City Liner-Flotte, die seit dem Jahr 2006 die Städte Wien und Bratislava miteinander auf dem Wasserweg verbindet. Zwei Donauboliden pendeln täglich bis zu fünf Mal zwischen den beiden Hauptstädten.
Das „Gate to Bratislava“ ist ein von der Stadt Bratislava betriebenes Informations- und Veranstaltungszentrum am Hauptdeck der Schiffstation. Die Stadtverantwortlichen planen dort einen Kartenverkauf für das Kulturangebot der Stadt Bratislava einzurichten, mit regelmäßigen Veranstaltungen und Events für Unterhaltung, Diskussion und Information zu sorgen sowie Reisende zu beraten und sie mit den besten Tips über die Slowakei auszustatten.
Mehr als nur Schiffstation
Stolz und mächtig, fast wie eines dieser großen Donau-Kreuzfahrtschiffe, liegt die Schiffstation City am Donaukanal gleich beim Schwedenplatz. Viel Glas und Stahl prägen das Bauwerk: Insgesamt hat das Gebäude eine Länge von 127 Metern und ist rund 17 Meter breit. Acht Meter weit ragt es über die Wasserfläche in den Donaukanal hinein. Die Bruttogeschossfläche beläuft sich auf 1.360 Quadratmeter im Innen- und 1.600 Quadratmeter im Außenbereich in Form von Terrassen und überdachten Kaivorflächen.
Die neue Schiffstation ist weit mehr als nur ein Terminal zur Abfertigung von Ausflugsschiffen. Ausgestattet mit attraktiven Gastronomieflächen hat die Station das Potenzial für einen neuen Hot-Spot in der City. „Mit der neuen Schiffstation machen wir den Donaukanal noch attraktiver und rücken Wiens Innenstadt wieder näher ans Wasser. Sowohl Wiens Touristen wie auch die WienerInnen selbst werden davon profitieren. Für die Wirtschaft und die Menschen bringt die Station über 60 neue Arbeitsplätze. Das Projekt ist somit auch ein gutes Beispiel für die Unternehmensphilosophie der Wien Holding: Sie entwickelt Projekte, die einen hohen Mehrwert für die Wirtschaft, die Lebensqualität und die Menschen bringen“, erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner.
Sieben Millionen Euro investiert
„Die Entscheidung, hier am Donaukanal eine neue Schiffstation mit einer Kapazität von 200.000 Passagieren jährlich zu errichten, war für uns der nächste logische Schritt nach dem Ausbau der Twin City Liner Flotte und dem Kauf der DDSG Blue Danube Schifffahrt. Wir wollen damit die Wettbewerbsfähigkeit und die Marktführerrolle unserer beiden Tochterunternehmen weiter stärken. Insgesamt haben wir rund sieben Millionen Euro in den Bau investiert und erwarten uns damit auch zusätzliche Impulse für unsere Personenschifffahrt“, erklärt Wien Holding Geschäftsführer Komm.-Rat Peter Hanke.
Finanziert und errichtet wurde die Schiffstation City von der Wiener Donauraum GmbH, die zur Wien Holding gehört. Aufgabe dieses Unternehmens ist es, den Donauraum und die Donauschifffahrt nachhaltig zu entwickeln. So betreibt das Unternehmen auch den Personenhafen beim Schifffahrtszentrum an der Reichsbrücke, wo die großen Donaukreuzer und Ausflugsschiffe anlegen.
Technische Meisterleistung
„Die Schiffstation City wurde exakt zwischen Marienbrücke und Schwedenbrücke errichtet. Insgesamt wurden beim Bau 300 Tonnen Stahl und 750 Quadratmeter Glas verarbeitet. „Die neue Anlegestelle war für uns ein sehr komplexes und umfangreiches Projekt. Die Konstruktionsplanung, Fertigung und Montage der nahezu über dem Wasser schwebenden Stahlkonstruktion gestaltete sich extrem schwierig. Auch die enorm kurze Bauzeit ohne den Schiffsbetrieb zu sehr zu behindern, war eine große Herausforderung“, erklärt Dr. Ronald Schrems, Geschäftsführer der Wiener Donauraum.
Gebaut wurde die Schiffstation deshalb in zwei Etappen. In der ersten Etappe wurden vom Herbst 2008 bis zum Frühjahr 2009 die Fundamentarbeiten erledigt. Auch die Rohre, Leitungen und Anschlüsse für Kanal, Strom und Fernwärme wurden verlegt. In der zweiten Bauphase von September 2009 bis Juni 2010 wurde das Gebäude errichtet. In der Zeit zwischen den Bauphasen – der Hauptsaison für den Schiffsverkehr von April bis Ende August 2009 – konnte der Schiffsbetrieb und der Freizeitspass am Donaukanal ungehindert stattfinden. Die Schiffstation City wurde von Vasko + Partner Ingenieure als Generalplaner realisiert.
Moderne Architektur
Die vom Architektenteam „fasch&fuchs“ hell und offen konzipierte Schiffstation City fügt sich harmonisch in die bestehende Stadtarchitektur ein. Auch die tolle Aussicht vom Schwedenplatz auf die Gebäude an der visavis liegenden Seite des Donaukanals wird nicht beeinträchtigt. Sanft abfallende Rampen führen vom Franz-Josefs-Kai in den Kern des Gebäudes. Von dort gelangt man mit Aufzügen bzw. über Treppen bis hinunter zum Wasser, wo die Twin City Liner und die Rundfahrtschiffe der DDSG Blue Danube anlegen.
Das besondere am architektonischen Konzept: Das insgesamt rund dreizehn Meter hohe Bauwerk ruht sozusagen auf „Stelzen“. Das hat den Vorteil, dass Radfahrer und Fußgänger wie bisher auf den Kaivorflächen entlang des Donaukanals ungehindert unterwegs sein können.
Bernd Schlachers „Motto am Fluss“
Für die neue Gastromeile in der Schiffstation konnte die Motto Group als Betreiber gewonnen werden. Top-Gastronom Bernd Schlacher und sein Team haben ein richtungsweisendes Verwöhn- und Genusskonzept entwickelt, das genauso wie das beeindruckende Bauwerk selbst als ein österreichisches Novum angesehen werden kann. Unter dem Titel „Motto am Fluss“ wurde auf zwei Etagen ein von den Architekten BEHF gestalteter Gastronomiebereich errichtet, der Reisenden und Geschäftsleuten, Erholungssuchenden und Partypeople jede Menge kulinarische Genüsse bietet.
Dabei trifft Tradition auf Moderne. Neben den klassischen Interieur- und Designelementen aus vergangenen Dekaden und dem Venedig der 1950er Jahre finden sich futuristisch anmutende Glas- und Stahlkonstruktionen der Gegenwart. Traditionelle Gerichte aus dem Donauraum, internationale Köstlichkeiten und Organic Food Eigenkreationen werden die Gäste des „Motto am Fluss“verzaubern. Auch die ein wenig in Vergessenheit geratene Tradition der Einbindung regionaler Lieferanten und Produzenten wird wiedererweckt. Die gastronomischen Angebote befinden sich auf zwei Ebenen: das Kaffeehaus am „Sonnendeck“ und das Restaurant am „Hauptdeck“. Außerdem stehen die Vorkaiflächen und Pontons für Events zur Verfügung. Der Motto-Shop als Edel-Greißlerei rundet das kulinarische Angebot ab.
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