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Toleranz, Aufarbeitung der Geschichte, Einblick in Kulturen
Das Jüdische Museum Wien feiert 15. Geburtstag
zurück | 11/17/2008
Wiens kürzlich verstorbener Altbürgermeister Dr. Helmut Zilk und der legendäre Jerusalemer Bürgermeister Teddy Kollek, beide unerschütterliche Demokraten und Kämpfer für die Versöhnung von Ideologien und ehrlicher Aufarbeitung der Geschichte, eröffneten am 18. November 1993 das Palais Eskeles in der Wiener Innenstadt, das erste Jüdische Museum weltweit mit regelmäßigem Ausstellungsbetrieb.
 
Eingang zum Jüdischen Museum Wien
 
Inzwischen ist das Museum Institution des Wiener Kultur- und Ausstellungslebens, hat mit dem Museum am Judenplatz eine Expositur und ein weltweit beachtetes Mahn-Denkmal von Rachel Whiteread bekommen und kann stolz auf mehr als 1,2 Millionen Besucher verweisen; und auf einen unschätzbaren Beitrag zur Bewältigung verdrängter Vergangenheit.
 
"Die Wien Holding ist stolz auf das Jüdische Museum, weil es nicht nur musealer Ort ist, sondern laufend Ausstellungen zeigt, Kunst, Kultur und Geschichte verbindet, immer wieder spannende Veranstaltungen inszeniert und eine profunde Bereicherung des Wiener Kulturlebens darstellt. Das Museum ist das Juwel im Kulturcluster der Wien Holding", so KR Peter Hanke, Geschäftsführer der Wien Holding.
 
Der Kulturcluster der Wien Holding als Bekenntnis
Mit dem Kulturcluster - Vereinigte Bühnen Wien, Wiener Stadthalle, Kunsthaus Wien, Haus der Musik und Mozart Haus Wien - beweist die Wien Holding permanent, wie wichtig der Stadt eigenes kulturelles Engagement ist, und dass sie offensiv dazu steht, selbst Kulturanbieter und Veranstalter zu sein. "Die Stadt Wien ist darin international vorbildlich. Sie zieht sich nicht auf das reine Fördern und Subventionieren zurück, sondern betreibt selbst Stadtkultur. Für alle Bürger und für die Millionen Menschen die jährlich vorwiegend wegen der Kunst und Kultur nach Wien kommen", so KR Hanke resümierend.
 
 
Tradition und Moderne
Zur Geschichte des Jüdischen Museums Wien
Das 1895 gegründete Wiener Jüdische Museum war weltweit das erste seiner Art. Der Sammlungsfokus lag auf Kultur und Geschichte des Judentums in der Monarchie mit den Schwerpunkten Wien und Galizien. Mit der Sammlung von Zionistika und Objekten aus Palästina reflektierte das Museum aber auch die politische Diskussion um den Zionismus.
 
Unmittelbar nach dem "Anschluss" im März 1938 wurde das Museum zwangsweise geschlossen. Im letzten Jahr seines Bestehens wies das Inventar 6474 im Museum vorhandene Objekte auf. 1939 wurden die Museumsobjekte ins Völkerkundemuseum und in andere Einrichtungen überführt. Zu Beginn der 1950er Jahre wurde der Großteil an die IKG Wien restituiert, anderes aber auch erst in den Neunziger Jahren. Und schließlich blieb vieles verschollen. (mehr...)
 
Das Palais Eskeles
Das Palais in der Dorotheergasse 11, seine Geschichte
Bereits im Häuserverzeichnis von Anton Behsel wird 1829 Bernhard Freiherr von Eskeles als Besitzer des Hauses Dorotheergasse 1110 genannt. Wohl auf diese nur zu einem Teil zutreffende Angabe sich stützend, wird von späteren Autoren das Gebäude als Wohnsitz des Freiherrn bezeichnet. (mehr...)
 
 
Die Sammlungen im Palais Eskeles
Sie setzen sich zusammen aus der Sammlung der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, die diese 1992 dem Jüdischen Museum als Dauerleihgabe anvertraute, aus der Sammlung Max Berger, welche die Stadt Wien nach dessen Tod im Jahr 1988 für das zu gründende Jüdische Museum erwarb, der Sammlung Sussmann, einer Dauerleihgabe der Anni und Heinrich Sussmann Stiftung aus dem Jahr 1992, der Sammlung Martin Schlaff, der diese 1993 der Stadt Wien für das neue Museum schenkte, der Sammlung Stern, die das Museum 1994 erwarb, sowie weiterer Eigenankäufe und Schenkungen. (mehr...)
 
Das Museum Judenplatz
Judenplatz - Ort der Erinnerung

Das Mahnmal für die 65.000 ermordeten österreichischen Juden wurde von Rachel Whiteread gestaltet. Es ist ein Stahlbetonkubus, dessen Außenflächen als nach außen gewendete Bibliothekswände durchmodelliert sind.
Auf Bodenfriesen rund um das Mahnmal sind die Namen jener Orte festgehalten, an denen österreichische Juden während der NS-Herrschaft ermordet wurden. Das Mahnmal steht in engem Konnex mit dem Informationsbereich zur Schoa, der vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes im Untergeschoss des Museums Judenplatz eingerichtet wurde. Hier sind die Namen und Daten der 65.000 Juden, sowie die Umstände, die zu ihrer Verfolgung und Ermordung geführt haben, abrufbar. (mehr...)
 
Die aktuelle Ausstellung: Friedrich Torberg
Die "Gefahren der Vielseitigkeit"

Auf dem Papier war er ein böser Mensch, in Fleisch und Blut ein lieber." So schreibt Günther Nenning in einem Nachruf auf Friedrich Torberg (1908 -1979). Derart gespalten sind bis heute auch die Meinungen: Seinen Freunden ist Torberg seit jeher ein geistreicher Schriftsteller und pointierter Kritiker, ein stets bewusster Jude und Zionist, der in den Anekdoten seiner "Tante Jolesch" die "gute alte Zeit" vor dem jüdischen Exodus aus Österreich wie kein anderer literarisch wiedererstehen lässt. Seinen Feinden ist er der Initiator des "Brecht-Boykotts" und ein kultureller Scharfrichter. (mehr...)
 
Die kommende Ausstellung: Hanns Eisler
In der Reihe "Musik des Aufbruchs" zeigt das Jüdische Museum Wien eine Ausstellung, die dem Komponisten Hanns Eisler gewidmet ist. Eislers Leben und Werk und sein besonderes Verhältnis zur Stadt Wien wird im Spannungsfeld der europäischen Zeitgeschichte beleuchtet. Der Komponist erlebte hier mehrere Epochen: Von den letzten Jahren des Kaiserreichs, dem Ersten Weltkrieg, dem roten Wien der 1920er Jahre über den Beginn des Austrofaschismus und folgender Exilzeit bis hin zu den Nachkriegsjahren begannen für Eisler mit jedem Aufenthalt auch neue Lebens- und Schaffensphasen - die Stadt wurde zum Dreh- und Angelpunkt in seiner Biographie. (mehr...)
 
Ein Kulturcluster mit Vielfalt und Qualität
Die Kulturbetriebe der Wien Holding
"Im Kulturverständnis der Wien Holding wird keine Hierarchie zwischen Unterhaltung und Hochkultur gelebt. Es geht um Vielfalt, die Erfüllung unterschiedlicher Kultur- und Unterhaltungsbedürfnisse und um ein möglichst breites demokratisches Portfolio. Qualität hat nichts mit E und U zu tun", so KR Peter Hanke, der sich mit seinen Kulturcluster-Geschäftsführern einig weiß. "Wir sehen unser kulturelles Engagement auch als Beitrag zur Festigung des Wirtschafts- und Kulturtourismus in eben dieser Vielfalt, welche die Kultureinrichtungen der Wien Holding widerspiegeln: vom populären Musical bis zur Barockoper und zeitgenössischer atonaler Musik, vom Rock und Heavy Metal bis zum verspielten Hundertwasser." (mehr...)
 
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