Wien Holding

Geschichte

Mehr als vier Jahrzehnte Vielfalt für die Stadt: Die Wien Holding feierte im Jahr 2014 ihr 40 Jahre Jubiläum. 1974 gegründet, hat der Konzern eine bewegte Vergangenheit. Ein Blick auf die Geschichte der Wien Holding.

Bis Anfang der 70er Jahre wurden die Unternehmungen der Stadt Wien in der sogenannten Hoheitsverwaltung betreut und kontrolliert. Um in Zukunft alle Beteiligungen der Stadt Wien unter einer einheitlichen Leitung zusammen zu schließen und unter Beachtung gemeinwirtschaftlicher Ziele nach privatwirtschaftlichen Kriterien effizient zu führen, wurde die Wien Holding per einstimmigen Gemeinderatsbeschluss im Mai 1974 als „WABVG - Wiener Allgemeine Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft“ gegründet. Ab 1983 lief der Konzern unter der Bezeichnung Wiener Holding und wurde im Jahr 2003 in Wien Holding umbenannt.

Erfolgreiches Experiment

Zum Zeitpunkt der Gründung der Wien Holding waren insgesamt 31 Beteiligungen im Besitz der Hoheitsverwaltung der Stadt Wien. Bei ihrer Gründung hatte die Wien Holding durchaus experimentellen Charakter. Es gab weder in Österreich noch in anderen Ländern einen vergleichbaren Konzern mit einer derart heterogenen Struktur und daher auch weder Vorbilder noch Erfahrungen, auf die man hätte zurückgreifen können.

Allein in den ersten 15 Jahren ihres Bestehens haben die Wien Holding-Unternehmen rund 1,1 Milliarden Euro investiert, mit enorm positiven Auswirkungen auf die Wiener Wirtschaft und den Arbeitsmarkt. Zwischen 6.000 und 7.000 Menschen hat der Konzern direkt beschäftigt. Im Ranking der größten österreichischen Betriebe lag die Wien Holding unter den Top 30. Zeitweise gehörten bis zu 32 Tochterunternehmungen bzw. verwaltete Gesellschaften zum Konzern. Dazu kamen noch bis zu 30 Enkelgesellschaften mit einem mehr als 50-prozentigen Anteil der Holding-Tochtergesellschaften.

Unternehmen mit Geschichte

Über die Kernunternehmen hinaus, die sich auch heute noch in der Wien Holding befinden, wie zum Beispiel die Wiener Stadthalle, die Vereinigten Bühnen Wien, die Therme Wien in Oberlaa, die Messe Wien oder der Hafen Wien und die Kabel-TV-Wien (heute WH Medien GmbH), waren in der Geschichte der Wien Holding noch viele andere Unternehmen im Konzern gebündelt.

Im Laufe der Geschichte der Wien Holding zählten zum Beispiel der Verlag Jugend & Volk oder die Gewista – eines der ganz großen heimischen Plakatunternehmen zu den Flaggschiffen des Konzerns. Im Baubereich arbeiteten die WIBEBA, die Fertigteilbau Wien, die GESIBA, die Wiener Baustoff- und Betonsteinwerke.

Im Tourismus und in der Gastronomie waren die WIGAST, die GUSTANA, die Club Menü Service, die Wienerwald-Kette oder die Kurkonditorei Oberlaa tätig. Aus dem Medizinbereich kamen das Serotherapeutische Institut, das Wiener Nierensteinzentrum oder die Odelga. Für die Entsorgung der Abfälle sorgten die Biomüll-Gesellschaft, die EbS und die Tierkörperverwertung. Das Wiener Fernwärmenetz wurde vom Wien Holding-Unternehmen Heizbetriebe Wien massiv ausgebaut.

Im Bereich der Nahversorgung errichtete die Ekazent zahlreiche Einkaufszentren und Märkte. Die Frigoscandia betrieb mehrere Kühlhäuser. Der Hafen Wien war schon damals Drehscheibe für den Güterverkehr. Die Kabel-TV-Wien sorgte mit dem Ausbau des Kabel-TV-Netzes für eine Revolution auf den Fernsehbildschirmen. Und nicht zuletzt gehörte auch eines der traditionsreichsten Wiener Unternehmen – die Wiener Porzellanmanufaktur Augarten – zum Wien Holding-Konzern.

Privatisierung in den 1990er Jahren

Ende der 1980er Jahre setzte eine intensive Privatisierungsdiskussion ein, die nicht ohne Folgen für den Konzern blieb. Sie führte im Jahr 1989 zur ersten Teilprivatisierung, bei der 49 Prozent der Anteile der Stadt Wien an der Wien Holding an Banken und Versicherungen ausgegliedert wurden. Der zweite Schritt in Richtung Privatisierung erfolgte 1993. Die Stadt zog sich auf einen Anteil von 21 Prozent zurück. Den Großteil der Anteile hielt nun die Bank Austria AG. Mitte der 1990er Jahre war somit ein großer Teil der Wien Holding veräußert. Nur ein markanter Kern an Unternehmen in besonders engem Konnex zu kommunalen oder öffentlichen Aufgaben war im Konzern verblieben.

Neustart im Jahr 2002

Ab dem Jahr 2000 wurde immer wieder diskutiert, wie die Zukunft der Wien Holding gestaltet werden soll. Auch ein völliges Aus für den Konzern stand damals im Raum. Doch die Stadt Wien fasste den Beschluss, das Portfolio der Wien Holding unter neuen Rahmenbedingungen wieder zu erweitern. Im Jahre 2002 kam es zu einer Reorganisation und Neupositionierung. Betriebe und Unternehmen, die sich ehemals im Eigentum der Wien Holding befanden, wurden wieder integriert. Mit der Neustrukturierung hat die Wien Holding damals jene Rahmenbedingungen und Strukturen erhalten, um in einem verstärkten Wettbewerb auf den liberalisierten und globalisierten Märkten bestehen zu können.

Seither hat die Wien Holding nicht nur ihr Unternehmensportfolio erweitert, sondern ist aktiv in das Projekt- und Development-Business eingestiegen, teils mit Public-Private-Partnership-Modellen, teils aus eigenen Ressourcen. Sukzessive hat die Wien Holding in den vergangenen Jahren auch Dienstleistungs- und Managementaufgaben der Stadtverwaltung übernommen und erfüllt sie neu strukturiert nach privatwirtschaftlichen Kriterien.

Europaweit gilt die Wien Holding heute mit ihren rund 75 Unternehmen als Musterbeispiel für New Public Management. Der Konzern steht für zukunftsorientierte und nachhaltige Projekte, die den Wirtschaftsstandort sichern, das Wirtschaftswachstum ankurbeln, Arbeitsplätze schaffen und damit die Lebensqualität für die Menschen insgesamt erhöhen.

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