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v.l.n.r.: Edmund Friedl (Geschäftsführer Therme Wien), Joachim Kelz (Projektleiter Forschungsprojekt bei AEE INTEC), Theresia Vogl (Geschäftsführerin Klima- und Energiefonds), Theodor Zillner (Leiter Abteilung Energie- und Umwelttechnologien BMK), Peter Hanke (Stadtrat), Michael Strebl (Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung) © Wien Energie/Max Kropitz

Wien Holding News

Mo, 9. Mai Therme Wien

Grüne Wärme aus der Therme

Das warme Wasser in den Becken der Therme Wien, an der auch die Wien Holding beteiligt ist, sorgt ab sofort nicht nur für Entspannung: Wien Energie hat dort eine Wärmepumpenanlage errichtet und nutzt die Abwärme des Thermal-Abwassers zur Fernwärme-Erzeugung. Aus dem etwa 30 Grad warmen Abwasser entsteht so Fernwärme für rund 1.900 Haushalte in der direkten Umgebung.

„Wärme aus dem Grätzel fürs Grätzel: Genau wegen solcher Lösungen ist Wien Klimamusterstadt! Hier nutzt Wien Energie wertvolle Abwärme aus dem Thermalwasser der Therme Wien für die Fernwärme-Erzeugung. Das Projekt ist ein weiterer Baustein für den Klimaschutz und ein wichtiger Schritt für mehr Unabhängigkeit von Gasimporten“, ist Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke überzeugt.

Wien Energie hat rund 3 Millionen Euro in das Projekt investiert, mit dem der Anteil an klimafreundlicher Wärmeproduktion weiter steigt. Bis 2027 nimmt das Unternehmen eine Milliarde Euro für den Gas-Ausstieg in die Hand. „Wir produzieren grüne Wärme aus der Therme! Die Wärme-Energie im Thermalwasser, die früher ungenutzt in den Kanal geflossen ist, wird so zum Wärmelieferanten für die umliegenden Haushalte. Mit unserem Investitionsprogramm und mit Projekten wie diesem sorgen wir für mehr Unabhängigkeit und Klimaschutz in Wien. Wir setzen unseren Plan für die Klimaneutralität 2040 um, Schritt für Schritt“, erklärt Michael Strebl, Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung zur Inbetriebnahme der Anlage.

Die Thermalquelle, welche seit Mitte der 50er Jahre von der Therme Wien genutzt wird, bekommt mit diesem Projekt noch eine weitere Funktion. „Die Therme Wien sorgt für Entspannung und Wohlbefinden – und nun auch für umweltfreundliche Wärme in Oberlaa. Wir freuen uns sehr, dass unser Thermenbetrieb dadurch noch ein Stück effizienter wird und wir hier einen gemeinsamen Beitrag zum Klimaschutz und zur Lebensqualität leisten können“, so Edmund Friedl, Geschäftsführer der Therme Wien, einem der Leitbetriebe der VAMED Vitality World.

Wärmewende für Klimaziele entscheidend

Die Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Quellen ist ein wesentlicher Faktor für die Erreichung der Klimaziele. Die Fernwärme spielt dabei eine große Rolle: Schon heute versorgt Wien Energie über 440.000 Wiener Haushalte und 7.800 Business-Kund*innen mit Fernwärme. In Zukunft will der Energiedienstleister 56 Prozent der Wiener Haushalte mit Fernwärme versorgen. Bis 2040 soll diese gänzlich klimaneutral erzeugt werden. Damit dies gelingt, werden neue Wärmequellen benötigt. Neben der vielversprechenden Tiefen Geothermie will Wien Energie die Fernwärme künftig noch mehr Wärme mit Großwärmepumpen und lokaler Abwärmenutzung, wie bei der Therme Wien, erzeugen.

Forschung: Viele Erzeugungsarten erfordern Flexibilität im Fernwärmenetz

Die Umstellung der Fernwärme auf erneuerbare Quellen führt auch dazu, dass die Anzahl an unterschiedlichen Erzeugungsarten steigt. Die Abwärmenutzung bei der Therme Wien ist deshalb auch Teil des Großforschungsprojekts „ThermaFLEX“. Im Rahmen des Projekts erforschen die Projektpartner*innen Strategien zu Steigerung der Flexibilität im Fernwärmenetz und wie diese künftig ohne fossile Energieträger auskommen können. Zudem analysiert das Projektteam unter der Leitung des außeruniversitären Forschungsinstituts AEE INTEC, wie die Abwärme des Thermalwassers als Wärmequelle zur Versorgung des bestehenden Fernwärmenetzabschnittes ideal eingesetzt werden kann. „Eine derartige Abwärmenutzung bietet enormes Multiplikationspotenzial für den gesamten Fernwärmesektor. Die Nutzung der noch vorhandenen Abwärme ist ein Paradebeispiel für eine kaskadische Energieerzeugung und Kreislaufwirtschaft“, betont ThermaFLEX-Projektleiter Joachim Kelz.

Das Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen der Forschungsinitiative Green Energy Lab als Teil der österreichischen Innovationsoffensive Vorzeigeregion Energie durchgeführt. „Wärme ist ein kostbares Gut, das wir konsequent nützen müssen, denn der heimische Wärmesektor muss schnell raus aus Gas. Mit der Flexibilisierung von Wärmenetzen wird dazu ein wichtiger Schritt geleistet. ThermaFLEX zeigt, dass Innovationen rasch konkrete CO2-Einsparungen bringen und Haushalte sicher und sauber mit erneuerbaren Energien versorgt werden können. Mit dem Konsortium im Projekt ThermaFLEX werden die in Oberlaa gewonnenen Erkenntnisse bald in ganz Europa genutzt werden können“, so Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds.

So funktioniert die Thermen-Heizung in Oberlaa

Wien Energie hat in einem erweiterten Technikraum in der Tiefgarage der Therme Wien zwei Wärmepumpen errichtet. Diese Wärmepumpen haben einen direkten Anschluss zum gesammelten Thermal-Abwasser. Das Prinzip der Wärmeerzeugung funktioniert wie bei einem Kühlschrank – nur umgekehrt. Die Wärmepumpen nehmen die Restwärme aus dem Thermal-Abwasser mit einer Temperatur von rund 30 Grad Celsius auf und produzieren daraus Fernwärme mit bis zu 85 Grad Celsius. Die erzeugte Wärme wird direkt in das lokale Fernwärmenetz in Oberlaa eingespeist.

Eckdaten Abwärmenutzung Therme Wien

  • Leistung: rund 2 Megawatt
  • Jahreswärmeproduktion: 11 Gigawattstunden Wärme
  • Umweltfreundliche Fernwärme für rund 1.900 Haushalte in Oberlaa
  • CO2-Einsparung: 2.600 Tonnen pro Jahr
  • Investitionssumme: € 3 Mio.
  • Das Projekt in Oberlaa ist Teil des Großforschungsprojektes „ThermaFLEX“, das mit insgesamt 7,8 Millionen Euro durch den Klima- und Energiefonds, dotiert aus Mitteln des Klimaschutzministeriums, gefördert wird. Informationen zum Forschungsprojekt hier >>


Weitere Informationen:
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