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Die neue Ausstellung im Kunst Haus Wien thematisiert das vielbesprochene Insektensterben der letzten Jahrzehnte. © Christina Zurfluh, Bildrecht, Wien 2022

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Mi, 6. April Kunst Haus Wien

Kunst Haus Wien: Neue Ausstellung "BINSEKT"

Das Kunst Haus Wien, ein Museum der Wien Holding, präsentiert von 7. April bis 5. Juni 2022 die Ausstellung "BINSEKT" in der Garage des Kunst Haus Wien.

Die künstlerische Arbeit von Christina Zurfluh und Bernhard Frue wurde durch das vielbesprochene Insektensterben der letzten Jahrzehnte angeregt. Im Fokus der Ausstellung "BINSEKT" steht das Leben und Sterben der Insekten im und um den städtischen Raum.

"Angesichts der globalen Brisanz des Klimawandels und der Affinität der Geisteshaltung von Friedensreich Hundertwasser zu dieser Thematik liegt es nahe, dass sich das Kunst Haus Wien noch stärker mit dem Themenbereich Umwelt und Klima befasst. Die neue Ausstellung 'BINSEKT' zeigt auf besondere Art und Weise, wofür das Kunst Haus Wien steht und wohin sich das Museum in Zukunft weiterentwickeln wird", so Kurt Gollowitzer, Geschäftsführer der Wien Holding.

Ungewohnter Lebensraum
Aufgrund der zunehmenden landwirtschaftlichen Nutzung hat sich das ursprüngliche Verhältnis von Stadt, Natur und Insekten verkehrt. Artenreicher Wildwuchs wird immer stärker eingeschränkt, Monokulturen und Pestizide verdrängen die Insekten aus dem ländlichen Raum. Diese finden in brachliegenden Abbruchstätten der Stadt neue Zufluchtsorte, wo sie auf frisch entstehenden, unkultivierten Flächen "ungewohnten" Lebensraum erobern – für einen begrenzten Zeitraum.

Zurfluh und Frue produzierten auf ihren Streifzügen durch die Stadt Wien und in deren Randgebieten eine Reihe von Videos. Diese Videos montierten sie zu mehreren konzentrierten Filmen. Die Videoinstallationen werden, begleitet von einer parallel laufenden Sound-Installation, auf einen Teppich aus Erde projiziert.

In der Installation sind verschiedene Themenkreise miteinander verwoben. Beobachtungen spiegeln das menschliche Empfinden in der Begegnung mit den unterschiedlichen Insekten: dieses schwankt zwischen emphatischer Glückserfahrung und Ekel bzw. Phobie, oft in grotesker Vehemenz.

Zwischen Anregung, Irritation und Betroffenheit
Manche Insekten sind stark sinnbildlich aufgeladen, Marienkäfer gelten etwa als Glücksbringer, während Spinnen Ängste auslösen können. Entgegen des oft symbiotischen Nutzens in der Beziehung Mensch-Insekt, wie der Bestäubung der Pflanzen oder der Aufräumarbeiten der Ameisen, werden Insekten oft strikt abgelehnt und gezielt vernichtet. Diese Problematik wird in der Ausstellung mit bewusster ästhetischer Überhöhung durchbrochen, wenn in einzelnen Sequenzen Insekten in ihrer Schönheit und anatomischer Perfektion wie bewegte Stillleben und in Vanitas-Darstellungen gezeigt werden.

Die filmischen Arbeiten wurden mit collagenhaften Überlagerungen und Überlappungen geschnitten und sind von subversiver Akustik infiltriert. Die aufgeschüttete Erde in der Garage ist als Projektionsfläche doppeldeutig interpretierbar, die filmischen Arbeiten sind vieldeutig: zwischen Anregung, Irritation und Betroffenheit. Komisch-ironische Momente spitzen die die Ambivalenz des Themas weiter zu.

Eröffnung
Die Ausstellung "BINSEKT" wird am Mittwoch, 6. April 2022 um 19.00 Uhr eröffnet. Davor, um 18.00 Uhr, stehen die Künstler*innen für Interviews und Gespräche zur Verfügung. Der Eintritt zu der Ausstellung in der Kunst Haus Wien Garage ist frei!

Weitere Informationen:
Kunst Haus Wien
Kunst Haus Wien - Facebook

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