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Di, 17. Juni 2014 Kunst Haus Wien

SHOEting Stars. Der Schuh in Kunst und Design

© David Collart

Das Kunst Haus Wien, ein Museum der Wien Holding, präsentiert in Kooperation mit dem GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig die neue Ausstellung „SHOEting Stars“. Gezeigt wird experimentelles Schuhdesign mit über 220 Exponaten von Designern und Künstlern aus aller Welt.

Der Schuh als Inspirationsquelle
Ob tragbar oder untragbar, aus Holz oder aus High-Tech-Material gefertigt, als Fetisch- oder Recyclingobjekt aus dem 3D-Drucker konzipiert, als Statement oder Provokation erdacht: Schuhe fordern Künstler, Designer und Architekten als unerschöpfliche Inspirationsquelle geradezu heraus, sie zum Gegenstand experimenteller Kreationen zu küren. Ein Großteil der Schuh-Kreationen wurde mit Hilfe von Liza Snook (www.VirtualShoeMuseum.com) aus 27 Ländern zusammengetragen. Im Kunst Haus Wien wird der neu zusammengestellte Schuh-Parcours um einige künstlerische Beiträge aus Österreich − rund um Irene Andessners unwiderstehlichen Schokolade-Pumps − erweitert.

Der Schuh in Kunst, Handwerk und Design
Die Auswahl zeigt Schuhe als Skulpturen im Kleinformat, Schuhe mit gesellschaftskritischem Potenzial, Schuhe mit historischen Bezügen oder Schuhe, die nicht auf den ersten Blick als solche erkennbar sind. Konventionen werden verdreht oder geschickt umgangen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotos und Videos von Schuh-Performances. Künstler, Architekten und Designer wie Zaha Hadid, Julian Hakes, Iris van Herpen oder junge österreichische SHOEting Stars wie Carolin Holzhuber, Matthias Winkler und Bernhard Wilhelm stellen Erstaunliches und Bizarres vor und eröffnen eine Vielfalt ästhetischer und kultureller Facetten: Der Schuh als Objekt mit autonomer künstlerischer Aussage hat ebenso seine Berechtigung wie das ultimative Mode-Statement. Die Ausstellung wurde nach Themenbereichen gegliedert, innerhalb derer Kunst, Handwerk und Design aufeinandertreffen. Wobei sich weder bezüglich Aussage noch Ausfertigung klare Grenzen ziehen lassen: So könnte man zum Beispiel „Flashes“ (eine Referenz an Lady Gaga), aus Jochen Kroniers extravagantem Atelier für Stars der Musikszene, den Kapiteln „Playtime“ oder „Fashion Victims“ genauso zuordnen wie eben „Summertime“.

Die Schuhe der Ausstellung
Der Eingangsbereich der Ausstellung stellt Fragen und sucht Antworten nach dem Schuh von morgen: Mit dem „Melonia Shoe“ etwa zeigen die schwedischen Fashion- und Industrial-Designer Souzan Youssouf und Naim Josefi, dass nachhaltige Technologie auch auf High Heels laufen kann. Dieser erste 3D-geprintete Couture-Schuh, der sich wie ein fortgesetztes Skelett um den Fuß schlingt, kann nach dem Tragen rückgeführt werden, um einen neuen Schuh daraus zu fertigen.

Unter dem Titel „Summertime“ treffen knallige Ideen auf Alltagssituationen und sommerliche Emotionen. Unikate, die als Trends die Schuhindustrie erfassen oder als Inspirationsquelle dienen können: Bunte, zur Installation drapierte „Mojito“-Sandaletten z.B. berichten von der Schuh-Erfolgsgeschichte des vormaligen Architekten Julian Hakes. Seine mittlerweile im Handel erhältlichen Schuhe basieren auf einem Experiment, bei dem der Londoner die bei Brücken herrschenden Kräfteverhältnisse auf High Heels übertrug.

Das Experiment mit werkfremden Materialien wie Metall steht neben ironischen Motiv-Anleihen aus der Tierwelt im Zentrum der „Natural Masterpieces“. Ein Star dieser Sektion ist das mit farbenfroher Ornamentik und Perlen versehene Werk des britischen Schuhkünstlers INSA. Seine Vorliebe für ungewöhnliche Materialien ist hier im Plateau eingearbeitet – in Form von Elefantendung.

Dramatisch und wild, symbolgeladen und voller Leidenschaft ist der „Walk on the Dark Side“ angelegt: Schwarz inspiriert die Designerwelt – vor allem auch im Wechselspiel mit Weiß – immer wieder aufs Neue. Dass Schuh-Fetischismus weit über das Sammeln von Schuhen hinausgehen kann, führt Ivo Hofstés surreal wirkendes Porträt von „Mo with High Heel“ vor Augen. Und die „Suicide Shoes“ von Julius Welby lassen über den Spruch „Wer schön sein will, muss leiden“ nachdenken: Sind High Heels ein Statussymbol für die selbstbewusste Frau? Oder Fußfessel für die untergeordnete, bewegungsunfreie Gespielin des Mannes?

Mit ironischen und provokativen Blicken auf Leidenschaft und Fetisch geht es in der „Playtime“ weiter: Zwei Kilogramm Stecknadeln hat die polnische Künstlerin Erwina Ziomkowska mit viel Akribie in ein Paar Stöckelschuhe gepinnt. Auch der an ein Schulmädchen-Outfit erinnernde „Stocking“ von Shani Bar (Israel) ist nur auf den ersten Blick niedlich.

Als architektonisch anmutendes, futuristisches Statement reiht sich Zaha Hadids und Rem D. Koolhaas´ Kreation „Nova“ in das Thema „(De)Construction“ ein. Dieses bestaunenswürdige Modell ist tatsächlich auch zum Tragen gedacht und wurde in limitierter Auflage von je 100 Stück pro Farbe für United Nude produziert. Dass ein Löffel geschaffen dafür ist, der Ferse Halt zu geben, beweist eine Recycling-Studie mit antikem Silberbesteck aus Belgien. Und eine augenzwinkernd nützliche Wiederverwertung von Besen stellt Sol Alonso aus Belgien mit ihren stylischen „Brooms“ vor.

Im Kapitel „Animal World“ werden sich die Geister an Iris Schiefersteins kunstvollen Huf-Kreationen scheiden. Die deutsche Künstlerin gerät mit ihren Arbeiten, die provokativ, weil offensichtlich aus Tieren gefertigt, immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik von Tierschützern. Dabei will gerade sie auf Doppelmoral und die Problematik von Massentierhaltung und -schlachtung aufmerksam machen. Für ihre „Horse-Shoes“ musste jedenfalls kein Tier sterben. Mit Humor, aber ebenfalls der Verwertung verpflichtet, geht Lie van der Werff ans Werk: Die Niederländerin benutzt gebrauchte Schuhe und verlängert die Spitzen zu Tiermasken.

Die Farben Rot und Pink, gepaart mit jeder Menge Glitzer, dominieren in der Abteilung „Fashion Victims“. Der Begeisterung junger Frauen für verspielte Formen, hohe Absätze, Rüschen, Herzen und Blümchen widmen sich unter anderen Designer wie Yukiko Terada, die für ihr „Pink Work“ nur Second-Hand-Material verwendet, oder Jan Jansen mit seinen „Orchid Shoes“.

„Across the Universe“: Früher Turnschuhe genannt, sind es heute Sneaker, die als Symbole des Street Styles in der Modewelt Einzug hielten: Skateboarder, Breakdancer, Fußballfans und Akteure der Musik-Szene rüttelten die alt vertraute Alltagswelt auf. Jede neue Entwicklung auf den jugendlichen Spielwiesen wird sofort aufgegriffen und in kuriose, aberwitzige Sportschuhe verwandelt. Einerseits verlangen „Street Kids“ Individualität und originelle Ideen, wollen sich abheben und unterscheiden, auf der anderen Seite huldigen sie dem totalen Uniformismus. Die Designer Riëlle Beekmans und Jurjen Semeijn haben dem Sneaker ein Denkmal gesetzt. Beekmans benutzt Delfter Porzellan und Jurjen Semeijn für eine Miniserie Beton.

Eine Ausstellung des Kunst Haus Wien in Kooperation mit dem GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig.

Idee und Konzept: Sabine Epple
Kuratorin in Wien: Brigitte Woischnik
Co-Kuratorin: Liza Snook, www.VirtualShoeMuseum.com

Kunst Haus Wien
Untere Weißgerberstraße 13
1030 Wien
Geöffnet täglich von 10.00 bis 19.00 Uhr
Karten: EUR 10,- (Kunst Haus Wien-Jahreskarte: EUR 22,-)
 

Weitere Informationen:
Kunst Haus Wien
Kunst Haus Wien - Facebook

 

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