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v.l.n.r.: Danielle Spera (Direktorin Jüdisches Museum Wien), Kurt Gollowitzer (Geschäftsführer Wien Holding), Brigitte Bierlein (Bundeskanzlerin a.D.) © Barbara Nidetzky

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Do, 1. Oktober Jüdisches Museum

Jüdisches Museum Wien eröffnet Ausstellung über Hans Kelsen

Das Jüdische Museum Wien, ein Museum der Wien Holding, eröffnete Mittwochabend, den 30. September 2020, die neue Ausstellung „Hans Kelsen und die Eleganz der österreichischen Bundesverfassung“.

Die Schau erinnert an das Leben und Denken Kelsens zwischen Europa und den USA und möchte dabei auch die Erfolgsgeschichte unserer Verfassung stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Gelungene Ausstellungseröffnung
Direktorin Danielle Spera begrüßte die Gäste der gestrigen Ausstellungseröffnung im Museum Dorotheergasse. Sie betonte, dass es bedauerlich, gleichzeitig auch bezeichnend ist, dass Hans Kelsen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr nach Österreich zurückkehren wollte: „Umso wichtiger ist es, heute sein Andenken zu ehren. Es ist höchste Zeit, sich vor diesem wichtigen Österreicher zu verneigen.“

Kuratorin Adina Seeger gab einen Überblick zur neuen Ausstellung und hob hervor, dass die Ausstellung so gestaltet wurde, wie Demokratie allgemein sein kann bzw. sein sollte: einladend, niederschwellig und partizipativ. Außerdem formulierte sie den Wunsch, dass es in Österreich mehr Verfassungsbegeisterung gäbe und jedem Schulkind der Name Hans Kelsen so geläufig ist wie Mozart oder Sisi.

Wien Holding-Geschäftsführer Kurt Gollowitzer betonte: „Die österreichische Bundesverfassung ist maßgeblich der herausragenden Arbeit Hans Kelsens zu verdanken, der nun zu Recht mit einer eigenen Ausstellung in unserem Museum anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Bundesverfassung gewürdigt wird.“

Brigitte Bierlein, Bundeskanzlerin a.D., hob Hans Kelsens Untrennbarkeit mit der österreichischen Bundesverfassung hervor: „Sein Wirken und seine Ideen sind Teil unserer nationalen Identität.“

Bundesministerin Alma Zadić würdigte den Architekten der österreichischen Bundesverfassung: „Hans Kelsen hat als integrer Denker und überzeugter Demokrat die sprichwörtlich gewordene Eleganz der österreichischen Bundesverfassung maßgeschneidert, auf die man sich als Garant für unsere offene, vielfältige und lebendige Demokratie verlassen kann. Sie begleitet uns noch heute und zeigt ihre Eleganz insbesondere in Krisenzeiten.“

Die feierliche Eröffnungsrede hielt Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka: „Hans Kelsen gilt nicht umsonst als Architekt unserer Verfassung, hat er diese doch als einer der bedeutendsten Juristen weltweit fast im Alleingang formuliert. Dafür gebührt ihm mein größter Respekt. Die Bundesverfassung hat sich als ein unerschütterliches Fundament unser freien, demokratischen Republik erwiesen. Es liegt an jeder und jedem Einzelnen von uns, sie immer wieder aufs Neue mit Leben und Bedeutung zu erfüllen.“

100 Jahre österreichische Bundesverfassung
2020 wird die österreichische Bundesverfassung 100 Jahre alt. Von Bundespräsident Alexander Van der Bellen für ihre „Eleganz und Schönheit“ gelobt, sind ihre Inhalte aber kaum bekannt und Verfassungspatriotismus, wie ihn etwa die USA kennen, ist in Österreich allenfalls ein Randphänomen.

Noch weniger geläufig ist, dass an der Entstehung dieser Verfassung maßgeblich der Jurist Hans Kelsen beteiligt war. 1881 in Prag geboren, wuchs Kelsen in Wien in einer deutschsprachigen jüdischen Familie auf; sein Vater, ein Lusterfabrikant, gestaltete u. a. die Beleuchtung in Wiener Synagogen. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie wurde Kelsen von Staatskanzler Karl Renner mit der Arbeit an einer Bundesstaatsverfassung für die junge Republik beauftragt. Er entwickelte das – später so bezeichnete – österreichische Modell der Verfassungsgerichtsbarkeit, das weltweit Nachahmung fand.

Kelsen, der von 1918 bis 1930 Professor an der Universität Wien war, erlangte vor allem für seine Beiträge zur Rechtstheorie und zur Politischen Theorie internationale Bekanntheit. Für seine innovativen Ansätze wurde er – im zunehmend antisemitischen Klima der Zeit – angefeindet. Bereits 1930 verließ Kelsen Wien, über mehrere Stationen in Europa emigrierte er 1940 schließlich in die USA, wo er bis zu seinem Tod 1973 lebte. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Rechtsgelehrten des 20. Jahrhunderts.

Neue Ausstellung bis 5. April 2021 zu sehen
„Hans Kelsen und die Eleganz der österreichischen Bundesverfassung“ ist von 1. Oktober 2020 bis 5. April 2021 im Jüdischen Museum Wien, einem Museum der Wien Holding, zu sehen. Zur Ausstellung, die von Adina Seeger kuratiert und von Capitale Wien gestaltet wurde, erscheint ein Graphic Novel zum Preis von EUR 19,- im Manz Verlag. Das Jüdische Museum Wien, Dorotheergasse 11, 1010 Wien, ist von Sonntag bis Freitag 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der zweite Standort, Museum Judenplatz, Judenplatz 8, 1010 Wien, ist von Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, freitags 10 bis 14 Uhr (Winterzeit) bzw. 17 Uhr (Sommerzeit) geöffnet.

Weitere Informationen:
Jüdisches Museum Wien
Jüdisches Museum Wien - Facebook

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