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Claudius Schulze © eSeL - Foto: Lorenz Seidler

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Mi, 29. Jänner Kunst Haus Wien

Kunst Haus Wien zeigt „Claudius Schulze – Biosphäre X“

Das Kunst Haus Wien, ein Museum der Wien Holding, zeigt von 30. Jänner bis 13. April 2020 eine raumspezifische Installation des deutschen Künstlers Claudius Schulze. Er stellt das Artensterben von Tieren und Pflanzen neuen technologischen Entwicklungen wie intelligenten Maschinen als artifizielle „Spezies“ gegenüber.

Schulzes Projekt stellt sich mittels großformatiger Fotografien, 3D-Scans und Animationen Fragestellungen zur Zukunft unserer Biosphäre.

Ökologisches Gleichgewicht in Gefahr
Noch nie war es um die Artenvielfalt und unser globales Ökosystem so schlecht bestellt wie heute. Intensive landwirtschaftliche Nutzung, großflächige Bodenversiegelung, Erderwärmung sowie Ausbeutung von Flora und Fauna führen zu einem rasanten Verlust an Lebensraum. Laut dem aktuellsten Bericht des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) sind eine Million Tier- und Pflanzenarten weltweit vom Aussterben bedroht. In Österreich findet sich fast jede dritte heimische Pflanzen- und Tierart auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Während sich das dramatische Artensterben weiter beschleunigt und damit das natürliche ökologische Gleichgewicht der Erde für immer zu verschwinden droht, entwickelt der Mensch eine neue „Spezies“: intelligente Maschinen.

Künstliche Intelligenz und Bionik als Lösung für Umweltprobleme?
Für das Kunst Haus Wien kreierte Claudius Schulze eine raumspezifische Installation, die zwei epocheprägende Entwicklungen zusammenführt: den Verlust an Biodiversität einerseits und die Erschaffung neuer Lebensformen durch Künstliche Intelligenz und Bionik andererseits. Die Natur wird zunehmend in Bits und Bytes übersetzt. Miniatur-Drohnen könnten bald zum Bestäuben von Nutzpflanzen eingesetzt werden. Parallel dazu geht aber die Lebensgrundlage für hunderttausende Lebewesen verloren. Können Künstliche Intelligenz und Bionik dazu beitragen, Umweltprobleme zu lösen? Oder werden die Vorbilder aus der Natur verschwunden sein, bevor IngenieurInnen und ProgrammiererInnen von ihnen lernen konnten? Werden intelligente Maschinen zu einer neuen Spezies?

Der Ausstellungstitel nimmt Bezug auf zwei berühmte Experimente: das sowjetische BIOS-3 in Sibirien (1972–84) und Biosphere 2 in Arizona (1991–94), die versuchten, ein künstliches und von der Außenwelt unabhängiges, geschlossenes Ökosystem zu schaffen – beide scheiterten. Biosphäre X beschreibt einen Lebensraum, in dem autonome, bionische Maschinen mit der Natur koexistieren. Mittels großformatiger Fotografien, 3D-Scans, Animationen und einer eigenen Künstlichen Intelligenz thematisiert Claudius Schulze die Zukunft unserer Biosphäre.

Daten und Fakten zum Artensterben
Die biologische Vielfalt und ein ausgewogenes globales Ökosystem sind für das Überleben der Menschheit essenziell. Zwei Drittel der Erdoberfläche werden durch den Menschen genutzt, das heißt, dass den Tieren und Pflanzen immer weniger Platz bleibt. Heute kämpfen 24 % aller Säugetiere um ihr Überleben. 41 % der Amphibien, 29 % der Reptilien und 23 % der Fische sind bedroht – und diese Abwärtsspirale geht unaufhaltsam weiter. In Österreich werden bereits 40 % der Säugetiere und Vögel auf der Roten Liste geführt (vgl. BMLFUW 2014). Das dramatische Artensterben ist heute um ein Hundertfaches höher als im Durchschnitt der letzten zehn Millionen Jahre (vgl. IPBES 2019). Die wesentlichen Gefährdungen für die Biodiversität sind die Erderwärmung, die Ausbreitung gebietsfremder invasiver Arten, der überbordende Einsatz von Düngemittel- und Pestiziden sowie die großflächige Bodenversieglung durch Siedlungs- und Infrastrukturbaumaßnahmen.

Biographie
Claudius Schulze wurde 1984 in München geboren. Er studierte Konfliktstudien an der Sabanci Universität Istanbul (M.A.) und Dokumentarfotografie und Fotojournalismus am London College of Communication der University of the Arts London, wo er derzeit auch promoviert. Seine Werke haben Natur, Technologie und die Auswirkungen des Globalen Wandels zum Thema. Für Claudius Schulze ist der Prozess der Recherche und des Erforschens ein zentraler Bestandteil seines künstlerischen Schaffens. Seine Arbeiten werden regelmäßig international publiziert und – oft in ortspezifischen Installationen – ausgestellt, unter anderem auf der Triennale der Photographie Hamburg, im Münchner Stadtmuseum, beim Fotofestiwal Łódź und beim Noorderlicht Internationaal Fotofestival in Groningen sowie in der Galerie für Fotografie in Hannover. Sein Fotobuch State of Nature war auf der Shortlist des Paris Photo-Aperture Foundation PhotoBook Award 2017 und nominiert für den Prix Pictet 2016. Claudius Schulze lebt und arbeitet in Berlin.

Weitere Informationen:
Kunst Haus Wien
Kunst Haus Wien - Facebook

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